Lineare TV-Nutzung im Januar 2021 durch Lockdown stark gestiegen

15.02.2021 •

Die lineare Fernsehnutzung in Deutschland ist im Januar 2021 ist infolge des coronabedingten Lockdowns deutlich angestiegen. Die Sehdauer des Publikums betrug im vorigen Monat pro Kopf und Tag durchschnittlich 4 Stunden und 16 Minuten (256 Minuten). Das waren täglich 10 Minuten mehr als im Dezember 2020 und 23 Minuten mehr als im Januar 2020, wie aus Zahlen der ARD-Medienforschung auf Basis der AGF/GfK-Quotenmessung hervorgeht. Die lineare Fernsehnutzung im Januar 2021 war nun außerdem die zweithöchste, die bisher überhaupt in einem Januar gemessen wurde. Vor zehn Jahren, im Januar 2011, waren es pro Tag 4 Stunden und 17 Minuten (257 Minuten), also noch eine Minute mehr als im Januar 2021.

Die meistgesehene Sendung im abgelaufenen Monat war die am 10. Januar ausgestrahlte „Tatort“-Folge „Der Tod der Anderen“ (ARD/WDR). Die Episode aus Köln mit den beiden Kommissaren Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) sahen im Ersten 11,32 Mio Zuschauer. Der Marktanteil betrug 30,8 Prozent. Auch ein weiterer „Tatort“-Krimi erreichte im Januar mehr als 11 Mio Zuschauer. Dabei handelte es sich um die vom NDR produzierte Folge „Tödliche Flut“, die am 24. Januar zu sehen war und von 11,05 Mio Menschen gesehen wurde (Marktanteil: 30,3 Prozent).

„Tatort“ und „Tagesschau“ sehr erfolgreich

Auch die zwei weiteren im Januar ausgestrahlten „Tatort“-Neuproduktionen erzielten an den jeweiligen Sonntagen hohe Einschaltquoten (einmal über 10 Mio und einmal rund 9 Mio Zuschauer). Damit lagen die Zuschauerzahlen der vier „Tatorte“ im Januar 2021 deutlich über denen, die die vier Folgen im Januar 2020 erreicht hatten. Einen Einschaltrekord verzeichnete die ARD im Januar für ihre Nachrichtensendung „Tagesschau“: Die Hauptausgabe um 20.00 Uhr sahen im Ersten und in weiteren Programmen des Senderverbunds im vorigen Monat durchschnittlich insgesamt 14,36 Mio Zuschauer (Marktanteil: 42,0 Prozent). Der bisherige Höchstwert stammte aus dem März 2020 (14,07 Mio).

Nicht zuletzt aufgrund des hohen Informationsbedürfnisses zum Fortgang der Corona-Krise, aber auch wegen der Geschehnisse in den USA (Sturm auf das Kapitol, Wechsel im Präsidentenamt) erzielten auch die TV-Nachrichtenkanäle höhere Marktanteile. Die beiden kommerziellen Sender ntv (RTL-Gruppe) und ‘Welt’ (Springer-Konzern) erreichten im Januar einen Marktanteil von 1,3 bzw. 1,1 Prozent – ein Plus von jeweils 0,1 Prozentpunkten gegenüber Dezember 2020. Im Vergleich zum Januar 2020 belief sich der Zuwachs bei ntv auf 0,4 Prozentpunkte, bei Welt waren es 0,3 Punkte. Der von ARD und ZDF betriebene Ereignis- und Dokumentationskanal Phoenix kam im Januar 2021 auf 1,2 Prozent Marktanteil (Dezember 2020: 1,1 Prozent; Januar 2020: 1,0). Das ARD-Informationsprogramm Tages­schau 24 hatte 0,4 Prozent Marktanteil (Dezember 2020: 0,4 Prozent; Januar 2020: 0,3).

Das meistgesehene Fernsehprogramm war auch im Januar 2021 das ZDF mit einem Markanteil von 15,1 Prozent – ein Plus von 1,7 Prozentpunkten gegenüber Dezember 2020 (vgl. auch Tabelle auf Seite 2 dieser MK). Den zweiten Rang belegt wieder das Erste Programm mit 13,0 Prozent (plus 0,9 Prozentpunkte). RTL erzielte als drittplatziertes Programm 7,5 Prozent Marktanteil, gefolgt von Sat 1 mit 5,1, Vox mit 4,3, Pro Sieben mit 3,6, Kabel 1 mit 3,0 und RTL 2 mit 2,8 Prozent.

Die sieben Dritten Programme der ARD erreichten im Januar gemeinsam 13,8 Prozent. Alle Programme von ARD und ZDF zusammen kamen im Januar 2021 auf einen Marktanteil von exakt 52 Prozent, die kommerziellen TV-Anbieter somit auf die übrigen 48 Prozent. Binnen Jahresfrist konnten die öffentlich-rechtlichen Sender damit ihren Marktanteil ausbauen. Im Januar 2020 hatten die Programme von ARD und ZDF zusammen 49,2 Prozent gegenüber den Privaten mit 50,8 Prozent Marktanteil.

15.02.2021 – vn/MK

` `