Kanzlerkandidaten bei ARD/ZDF und bei RTL im TV‑Dreikampf

31.05.2021 •

Am 26. September ist Bundestagswahl und es gibt, nachdem nun nach 16 Jahren die Ära Angela Merkel endet, drei Kandidaten, die sich um die Nachfolge im Kanzleramt bewerben. Es sind bekanntlich Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD). Was das zentrale Ereignis des Fernsehwahlkampfs angeht, hat es in Deutschland bisher fünf „TV-Duelle“ gegeben (2002, 2005, 2009, 2013 und 2017). Durch die neue Situation, dass es diesmal einen Dreikampf ums Kanzleramt gibt, verändert sich auch das Fernsehformat, das von den Sendern nun mit den ungewohnten und recht künstlich wirkenden Bezeichnungen „TV‑Triell“ und „Wahl‑Triell“ tituliert wird.

ARD und ZDF gaben am 12. Mai bekannt, dass sie das von ihnen gemeinsam ausgestrahlte „TV-Triell“ mit den Kanzlerkandidaten am Sonntag, den 12. September, um 20.15 Uhr präsentieren werden, also genau zwei Wochen vor der Bundestagswahl. Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz würden dabei „in einem 90-minütigen Live-Format miteinander diskutieren und ihre Positionen zu den wesentlichen Themen des Bundestagswahlkampfs darstellen“. Die Sendung wird von ARD-Chefredakteur Oliver Köhr (MDR) und ZDF-Talkmoderatorin Maybrit Illner moderiert. Über den genauen Ablauf des „TV-Triells“ würden ARD und ZDF gesondert informieren, hieß es weiter.

Gesprächsrunden mit Vertretern der kleineren Parteien

Die beiden öffentlich-rechtlicher Sender übertragen am Donnerstag, den 23. September, auch gemeinsam die Schlussrunde der Spitzenkandidaten aller im Bundestag vertretenen Parteien, moderiert von Tina Hassel (ARD/WDR) und Theo Koll (ZDF). Am Wahlabend selbst moderieren ARD-Bundestagswahl-Koordinator Rainald Becker (SWR) und ZDF-Chefredakteur Peter Frey um 20.15 Uhr die traditionelle „Berliner Runde“, an der die Spitzenvertreter aller in den Bundestag gewählten Parteien teilnehmen werden.

Bei ARD wie ZDF wird es, wie die Sender mitteilten, in den Tagen nach dem „TV-Triell“ auch „Gesprächsrunden mit Vertretern der kleineren Parteien geben, die keine Kanzlerkandidaten aufgestellt haben“. Da die SPD in Umfragen derzeit etwa gleichauf liegt mit der FDP (um die 13/14 Prozent), dürfte sie also eine kleinere Partei mit Kanzlerkandidat sein, während die FDP als kleinere Partei ohne Kanzlerkandiat gelten kann. Zudem werden in zahlreichen weiteren Wahlformaten wie Wahlarenen und anderen Sondersendungen Spitzenkandidaten sowie Fachpolitiker im Ersten und im ZDF ihre Positionen austauschen und um die Stimmen der Wähler streiten.

Die Mediengruppe RTL gab am 19. Mai bekannt, dass sie ihr „Wahl-Triell“ mit Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz am 29. August um 20.15 Uhr ausstrahlen werde. Die Live-Sendung wird an diesem Sonntag in den Fernsehprogrammen RTL und ntv sowie auf weiteren Plattformen der Mediengruppe RTL zu sehen sein. Wer moderieren wird, teilte der Privatsender bisher nicht mit (dass es bei RTL ein Wahl-Triell geben werde, hatte man bereits im Januar 2021 mitgeteilt). Die Mediengruppe RTL begleitet die Bundestagswahl im Vorfeld außerdem mit zahlreichen eigenen Formaten und Sondersendungen.

31.05.2021 – da/MK

Print-Ausgabe 14-15/2021

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