Im Frühjahr 2022 wird erstmals der Roman‑Brodmann‑Preis für Dokumentarfilm vergeben

29.12.2021 •

Das Haus des Dokumentarfilms (HDF) hat erstmals einen „Preis für ein herausragendes Werk des politisch-investigativen und gesellschaftlich relevanten Dokumentarfilms“ ausgeschrieben. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Das teilte das Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart am 14. Dezember mit. Die Auszeichnung ist benannt nach dem Schweizer Journalisten und Regisseur Roman Brodmann (1920-1990), der für das Fernsehen (ARD) zeitkritische Dokumentarfilme wie „Der Polizeistaatsbesuch“, „Die Misswahl“ oder „Der Traum vom Schlachten der heiligsten Kuh“ gedreht hat.

Der Preis wird im Rahmen eines Roman-Brodmann-Kolloquiums verliehen. Diese neue Veranstaltung richten das Haus des Dokumentarfilms und das Institut für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) gemeinsam im Frühjahr 2022 in Berlin aus. Eingeladen zu dem Kolloquium sind Dokumentarfilmer, Fernsehkritiker und weitere Branchenvertreter. Im Fokus der Veranstaltung werde es um „die Bedingungen zeitkritischer Dokumentarfilme im Fernsehen, auf non-linearen Plattformen und bei Streaming-Portalen“ gehen, hieß es dazu.

Für den erstmals zu vergebenden Roman-Brodmann-Preis können bis zum 13. Februar 2022 dokumentarische Werke eingereicht werden, die zwischen dem 1. Januar 2021 und dem 31. Januar 2022 hergestellt oder ausgestrahlt wurden bzw. ihren Kinostart hatten. Die eingereichten Filme müssen den Preisstatuten zufolge vollständig abgeschlossen, jedoch nicht zwingend bereits gesendet worden sein. Sie sollen eine Länge von mindestens 70 Minuten haben. Handelt es sich um kürzere Längen oder Serien, so ist entscheidend, dass sie eine eindeutig dokumentarische Autorenhandschrift haben. Reportage-Formate oder Beiträge aus fest formatierten Fernsehreihen kommen nicht in Frage. Die Filme sollten in Koproduktion oder Kooperation mit einem deutschsprachigen Fernsehsender entstanden bzw. über eine Streaming-Plattform deutschsprachig empfangbar bzw. abrufbar sein. Über die Vergabe des Roman-Brodmann-Preises entscheidet eine unabhängige Jury.

Das Projekt des Brodmann-Preises und -Kolloquiums war am 3. November im Kölner Filmhaus von HDF-Geschäftsführerin Ulrike Becker und IfM-Gründer Lutz Hachmeister vorgestellt worden. Dabei wurde Brodmanns berühmter Film „Der Polizeistaatsbesuch“ (SDR) aufgeführt, in dem es um den von heftigen Protesten begleiteten Besuch des damaligen Schahs von Persien in der Bundesrepublik ging.

29.12.2021 – da/MK

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