Fernsehjahr 2019: Das ZDF bleibt Marktführer vor ARD, RTL und Sat 1

22.01.2020 •

Das ZDF blieb auch im Jahr 2019 das meistgesehene Fernsehprogramm in Deutschland. Der öffentlich-rechtliche Sender, der seit 2012 ununterbrochen Marktführer ist, erzielte im vorigen Jahr einen durchschnittlichen Marktanteil von 13,0 Prozent. Gegenüber 2018 verlor das Zweite allerdings 0,9 Prozentpunkte und musste 2019 von allen Sendern den größten Marktanteilsverlust hinnehmen. Das ZDF erreichte nun wieder den Marktanteil des Jahres 2017. Den zweiten Platz in der jährlichen Quotenbilanz belegt auch 2019 wieder das Erste Programm der ARD, diesmal mit 11,3 Prozent – das sind 0,2 Prozentpunkte weniger für den öffentlich-rechtlichen Sender als 2018. Die Marktanteilsrückgänge bei den beiden Programmen sind vor allem darauf zurückzuführen, dass es im Vorjahr – anders als 2018 – keine Olympia- und Fußball-WM-Übertragungen gab, wobei die Verluste beim Ersten deutlich geringer ausfielen als beim ZDF.

RTL platzierte sich in der Quotenstatistik 2019 hinter dem ZDF und dem Ersten Programm auf dem dritten Rang. Der Privatsender erzielte 8,4 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte mehr als 2018. Sat 1 kam mit 6,0 Prozent auf die vierte Position (minus 0,2 gegenüber dem Vorjahr). Vox erreichte wieder 4,8 Prozent und blieb Fünfter vor dem Konkurrenten Pro Sieben, der mit 4,3 Prozent auf den sechsten Platz landete (minus 0,1). Auf den siebten Rang kam der Pro-Sieben-Schwestersender Kabel 1, der 3,6 Prozent erzielte und damit um 0,1 Prozentpunkte gegenüber 2018 zulegen konnte.

Den achten Platz erreichte in der Quotenstatistik 2019 erneut das öffentlich-rechtliche Programm ZDFneo mit 3,1 Prozent (minus 0,1). RTL 2 verharrte auf der neunten Position und erzielte 2,9 Prozent (minus 0,1); der Sender rutschte damit unter die Marke von 3 Prozent, die er zuletzt in seinem Startjahr 1993 unterschritten hatte (2,6 Prozent). Platz 10 erreichte der zur RTL-Gruppe gehörende Sender Nitro mit 1,9 Prozent (plus 0,2), vor Sat 1 Gold (1,8 Prozent), RTL plus (1,6) und Super RTL (1,5). RTL plus konnte seinen Marktanteil um 0,3 Prozentpunkte gegenüber 2018 steigern und wies damit den höchsten Zuwachs aller Programme im Jahr 2019 auf. Die weiteren Plätze belegen ZDFinfo (1,5), 3sat (1,3), Arte (1,1) sowie Phoenix, DMAX, ntv und Tele 5 (jeweils 1,0).

RTL 2 verliert weiter Zuschauer

Die sieben Dritten Programme der ARD erzielten im vorigen Jahr einen Marktanteil von zusammen 13,3 Prozent – ein Zuwachs von 0,6 Prozentpunkten gegenüber 2018. Das bundesweit erfolgreichste Dritte war auch 2019 wieder das NDR Fernsehen mit 2,6 Prozent (plus 0,1). Zweiter wurde erneut das WDR Fernsehen, das 2,3 Prozent und damit den Marktanteil des Vorjahres aufwies. Den dritten Platz erreichte wieder das MDR Fernsehen mit 2,1 Prozent (plus 0,2), gefolgt vom BR Fernsehen und SWR Fernsehen (jeweils 1,9). Dahinter rangieren mit deutlichem Abstand das RBB Fernsehen (1,2) und das HR Fernsehen (1,1).

Meistgesehenes Drittes im eigenen Sendegebiet blieb auch 2019 das MDR Fernsehen mit 9,8 Prozent (plus 0,7). Rang 2 ging diesmal an das BR Fernsehen mit 7,9 Prozent (plus 0,5), das damit am NDR Fernsehen vorbeizog. Das NDR Fernsehen erzielte als Dritter 7,8 Prozent (plus 0,4) im eigenen Sendegebiet, gefolgt vom WDR Fernsehen (6,7 Prozent), SWR Fernsehen (6,3), RBB Fernsehen und HR Fernsehen (jeweils 6,0).

Bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern konnte RTL seine Marktführerschaft ausbauen: Der Marktanteil des Senders stieg im Jahr 2019 auf 12,1 Prozent (plus 0,7 Prozentpunkte gegenüber 2018). Pro Sieben wurde mit 9,6 Prozent wiederum Zweiter und gewann geringfügig hinzu (plus 0,1). Platz 3 ging erneut an Sat 1 mit 7,8 Prozent (minus 0,3) und Vierter wurde Vox mit 7,1 Prozent (plus 0,2). Den fünften Rang belegt bei den 14- bis 49-Jährigen das Erste mit 6,5 Prozent (minus 0,5), vor dem ZDF auf Position 6 mit 5,6 Prozent (minus 1,2). Kabel 1 kam mit 5,2 Prozent auf Rang 7 (plus 0,2) und ließ in dieser Kategorie den Konkurrenten RTL 2 hinter sich, der als Achter 5,0 Prozent erzielte (minus 0,4). Den neunten Platz belegt Nitro mit 2,1 Prozent (plus 0,2), vor Super RTL (2,0), ZDFneo (1,8), Pro Sieben Maxx und DMAX (jeweils 1,7), Sat 1 Gold (1,6) und ZDFinfo (1,5). Die Dritten Programme hatten gemeinsam 5,5 Prozent (plus 0,3).

TV-Nutzung der Jüngeren sinkt deutlich

Bei den 14- bis 29-Jährigen blieb Pro Sieben im Jahr 2019 trotz Verlusten Spitzenreiter: Der Sender kam hier auf 14,5 Prozent (minus 0,4). Zweiter wurde in diesem Segment wieder der Rivale RTL, der wie 2018 13,5 Prozent erreichte. Rang 3 belegt erneut Sat 1 (9,0), vor RTL 2 (7,2), Vox (6,9), dem Ersten (5,0), Kabel 1 (4,8) und dem ZDF (4,0). Die Dritten Programme erreichten zusammen 3,2 Prozent. Bei den Über-50-Jährigen rangierte wieder das ZDF mit diesmal 16,7 Prozent vorne (minus 1,0), vor dem Ersten (13,7), RTL (6,9), Sat 1 (5,2), Vox und ZDFneo (je 3,8). Die Dritten hatten hier zusammen 17,1 Prozent.

Die meistgesehene Sendung des Jahres 2019 war die „Tatort“-Folge „Spieglein, Spieglein“ (ARD/WDR). Die Episode aus Münster mit Kommissar Thiel (Axel Prahl) und Professor Boerne (Jan Josef Liefers) sahen am 17. März durchschnittlich 14,01 Mio Zuschauer (Marktanteil: 36,9 Prozent). Die weiteren zwei im Jahr 2019 ausgestrahlten „Tatort“-Folgen aus Münster landeten in der Zuschauergunst auf den Rängen 2 und 3, so dass die ersten drei Plätze in der Quotentabelle der einzelnen Sendungen an den „Tatort“ aus Münster gingen. Meistgesehene Sendung bei den Über-50-Jährigen war 2019 ebenfalls die „Tatort“-Folge „Spieglein, Spieglein“: 9,88 Mio ältere Bürger (40,0 Prozent) schalteten ein. Bei den 14- bis 49-Jährigen war hingegen die Live-Übertragung des Fußball-EM-Qualifikationsspiels zwischen den Niederlanden und Deutschland am erfolgreichsten; den 3:2-Sieg der deutschen Mannschaft sahen am 24. März bei RTL 4,26 Mio jüngere Menschen (35,4 Prozent).

Die Sehdauer des deutschen Fernsehpublikums belief sich 2019 auf durchschnittlich 211 Minuten pro Tag und Kopf, also drei Stunden und 31 Minuten – sechs Minuten weniger gegenüber 2018. Die 14- bis 49-Jährigen sahen nur noch zwei Stunden und 18 Minuten fern (138 Minuten) und damit immerhin 15 Minuten weniger als 2018; bei den 14- bis 29-Jährigen sank die Sehdauer um 12 auf 82 Minuten. Beim jüngeren Publikum werden Streaming-Angebote immer beliebter. Bei den Über-50-Jährigen betrug der tägliche TV-Konsum weiterhin mehr als fünf Stunden (318 Minuten; 2018: 315 Minuten).

22.01.2020 – vn/MK

Print-Ausgabe 13-14/2020

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