Fernsehjahr 2017: ZDF zum sechsten Mal in Folge Marktführer

26.01.2018 • Das ZDF blieb auch im Jahr 2017 das meistgesehene Fernsehprogramm in Deutschland. Der öffentlich-rechtliche Sender, der seit 2012 ununterbrochen Marktführer ist, kam im vorigen Jahr auf einen durchschnittlichen Marktanteil von 13,0 Prozent. Diesen Wert erzielte das ZDF auch im Jahr 2016. Das ZDF ist nun zum sechsten Mal in Folge Fernsehmarktführer. Den zweiten Platz in der Quotenstatistik 2017 belegt das Erste Programm der ARD mit 11,3 Prozent – das sind 0,8 Prozentpunkte weniger für den öffentlich-rechtlichen Sender als im Jahr zuvor. Das Erste erzielte damit nun den bisher niedrigsten Jahresmarktanteil seit Einführung der GfK-Quotenmessung (zuvor: 11,6 Prozent im Jahr 2015).

RTL platzierte sich hinter dem ZDF und dem Ersten auf dem dritten Rang. Der Privatsender erzielte 9,2 Prozent – 0,5 Prozentpunkte weniger als 2016. Sat 1 kam auf die vierte Position und erreichte 6,7 Prozent (minus 0,6). Während die beiden marktanteilsstärksten Privatsender im Vergleich zum Jahr zuvor in der Zuschauergunst deutlich abrutschten, gab es beim fünftplatzierten Sender Vox nur einen geringfügigen Rückgang; Vox kam 2017 auf 5,1 Prozent (minus 0,1). Den sechsten Rang belegt Pro Sieben mit nur noch 4,5 Prozent. Der Sender verlor binnen Jahresfrist 0,5 Prozentpunkte. Auf Platz 7 kam der Pro-Sieben-Schwestersender Kabel 1, der 3,4 Prozent erzielte (minus 0,4) und damit vor dem Konkurrenten RTL 2 landete, der als Achter 3,2 Prozent erreichte (minus 0,3). Die acht größten Fernsehsender haben mit Ausnahme des ZDF zum Teil deutliche Marktanteilsverluste im Jahr 2017 hinnehmen müssen, was zu einem großen Teil darauf zurückzuführen ist, dass die Anzahl der Programme weiter zugenommen hat.

Starke Steigerung für ZDFneo

Marktanteilszuwächse verzeichneten somit die kleineren Spartensender. Von dieser Entwicklung konnte vor allem der öffentlich-rechtliche Spartensender ZDFneo profitieren, der 2017 einen Marktanteil von 2,9 Prozent erzielte und sich damit stark steigerte – mit einem Plus von 0,8 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Den zehnten Platz in der TV-Quotenstatistik 2017 erreichte der Kinder- und Jugendsender Super RTL mit einem Gesamtmarktanteil von 1,7 Prozent (minus 0,1), vor dem ebenfalls zur RTL-Gruppe gehörenden Sender Nitro mit 1,6 Prozent (plus 0,3). Die weiteren Plätze belegen Sat 1 Gold (1,5 Prozent), 3sat (1,3), ZDFinfo (1,2) sowie Arte, Phoenix, N24, n-tv, RTL plus und der Kinderkanal (alle je 1,1) und DMAX (1,0). RTL plus konnte binnen Jahresfrist um 0,7 Prozentpunkte zulegen.

Die sieben Dritten Programme der ARD erzielten im vorigen Jahr einen Marktanteil von zusammen 12,8 Prozent – ein Zuwachs von 0,7 Prozentpunkten gegenüber 2016. Das bundesweit erfolgreichste Dritte war auch 2017 wieder das NDR Fernsehen mit 2,5 Prozent (plus 0,1). Zweiter wurde erneut das WDR Fernsehen mit diesmal 2,3 Prozent (plus 0,2). Den dritten Platz erreichte wieder das MDR Fernsehen mit 2,0 Prozent (plus 0,1), gefolgt vom SWR Fernsehen (1,9), BR Fernsehen (1,8), RBB Fernsehen (1,3) und HR Fernsehen (1,1).

Zuschauerverluste beim HR Fernsehen

Meistgesehenes Drittes im eigenen Sendegebiet blieb auch 2017 das MDR Fernsehen mit 9,6 Prozent (plus 0,1). Rang 2 ging wieder an das NDR Fernsehen mit 7,7 Prozent (plus 0,1) vor dem drittplatzierten BR Fernsehen mit 7,4 Prozent (plus 0,5), dem SWR Fernsehen und dem WDR Fernsehen mit je 6,5 Prozent, dem RBB Fernsehen (5,9) und dem HR Fernsehen (5,6). Größter Verlierer war hier das HR Fernsehen, das gegenüber 2016 insgesamt 0,6 Prozentpunkte verlor.

In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen konnte RTL trotz Verlusten auch 2017 seine Marktführerschaft verteidigen. Der Sender erzielte hier einen Marktanteil von im Schnitt 12,2 Prozent (minus 0,6 gegenüber 2016). Pro Sieben erreichte mit 9,5 Prozent zwar wieder den zweiten Platz, büßte aber immerhin 0,9 Prozentpunkte ein. Platz 3 ging erneut an Sat 1 mit 8,4 Prozent (minus 0,3) und Vierter wurde Vox mit 7,2 Prozent (plus 0,2). Den fünften Rang belegt das Erste mit 6,6 Prozent (minus 0,8), vor dem sechstplatzierten ZDF, das auf 6,1 Prozent kam (minus 0,6).

Hinter dem ZDF kam RTL 2 bei den 14- bis 49-Jährigen mit 5,3 Prozent auf Rang 7 (minus 0,4 Prozent), gefolgt von Kabel 1 (4,8), Super RTL (2,1), Nitro (1,9), ZDFneo (1,8), DMAX (1,7) und Sat 1 Gold (1,5). Der Sender N24 – der am 18. Januar 2018 in „Welt“ umbenannt wurde – hatte 2017 einen Marktanteil von 1,4 Prozent. Pro Sieben Maxx, ZDFinfo und der Kinderkanal (Kika) erreichten je 1,3 Prozent; Sixx kam auf 1,2 Prozent.

TV-Konsum der Jüngeren sinkt deutlich

Bei den 14- bis 29-Jährigen blieb Pro Sieben auch im vorigen Jahr auf der ersten Position: Der Sender erzielte hier 16,3 Prozent (minus 2,2). Zweiter wurde wieder RTL mit 14,1 Prozent (minus 0,1), gefolgt von Sat 1 (8,7), RTL 2 (7,6), Vox (6,4), dem Ersten (4,6), Kabel 1 (4,4) und dem ZDF (3,7). Die Dritten Programme erreichten 3,3 Prozent. Bei den Über-50-Jährigen rangierte wieder das ZDF mit diesmal 17,1 Prozent vorne (minus 0,1), vor dem Ersten (14,1), RTL (7,7), Sat 1 (5,8) und Vox (4,1). Die Dritten hatten hier zusammen 17,3 Prozent.

Die meistgesehene Sendung des Jahres 2017 war das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Martin Schulz (SPD). Die am 3. September bei fünf Programmen zu sehende Sendung (im Ersten, im ZDF, bei RTL, Sat 1 und Phoenix) verfolgten insgesamt 16,30 Mio Zuschauer bei einem Marktanteil von 46,1 Prozent. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen und den Über-50-Jährigen war das TV-Duell am erfolgreichsten. Meistgesehene Sendung, die von einem einzelnen Programm ausgestrahlt wurde, war 2017 die Live-Übertragung des Endspiels im FIFA-Confederations-Cup am 2. Juli in St. Petersburg zwischen Deutschland und Chile: Den 1:0-Sieg, mit dem sich die deutschen Fußballer den Turniersieg sicherten, sahen im ZDF 14,86 Mio Zuschauer (42,7 Prozent).

Die Sehdauer des deutschen Fernsehpublikums belief sich 2017 auf durchschnittlich 221 Minuten pro Tag und Kopf, also drei Stunden und 41 Minuten (minus zwei Minuten gegenüber 2016). Die 14- bis 49-Jährigen sahen nur noch zwei Stunden und 40 Minuten fern (160 Minuten) – und damit immerhin 11 Minuten weniger als 2016. In diesem Publikumssegment werden Streaming-Angebote immer beliebter. Bei den Über-50-Jährigen betrug der tägliche TV-Konsum weiterhin mehr als fünf Stunden (316 Minuten; 2016: 311 Minuten).

26.01.2018 – vn/MK