Deutscher Fernsehpreis 2021: Hape Kerkeling für sein Lebenswerk geehrt

17.09.2021 •

Die Auszeichnungen für den Deutschen Fernsehpreis 2021 wurden am 16. September, im Rahmen einer Open-Air-Show im Kölner Tanzbrunnen vergeben. Dabei erhielt der Entertainer Hape Kerkeling für sein Lebenswerk den Ehrenpreis der Stifter. RTL strahlte die Preisverleihung am selben Abend zeitversetzt von 20.15 bis 0.15 Uhr aus. Über die vier Stunden hatte die Show im Schnitt 1,35 Mio Zuschauer und kam auf einen Marktanteil von 6,8 Prozent (Gesamtpublikum).

Der Deutsche Fernsehpreis wird verliehen von ARD (WDR), ZDF, RTL, Sat 1 und der Deutschen Telekom, die seit diesem Jahr neu zum Stifterkreis gehört. Die Federführung für die Ausrichtung des Wettbewerbs lag in diesem Jahr bei RTL. Bei dem seit 1999 ausgerichteten Wettbewerb wurden diesmal mit 30 Preisen so viele Auszeichnungen vergeben wie noch nie. In elf Kategorien wurden die Preisträger am 14. September vorab bekannt gegeben. Die Vergabe dieser Auszeichnungen (in der Liste unter Nr. 18 bis 28) erfolgte in der im Fernsehen übertragenen Show dann auch nicht wie in den anderen Kategorien individuell an die Preisträger, sondern gegen Ende kurz in einer Art Gruppenverleihung. Im vorigen Jahr musste die Show-Gala wegen der Corona-Pandemie ausfallen; die Preise wurden aber – bis auf den Ehrenpreis der Stifter – dennoch vergeben (vgl. MK-Meldung).

„ZDF Magazin Royale“ ausgezeichnet

Bei den Kategorien gibt es beim Deutschen Fernsehpreis immer wieder größere oder kleinere Änderungen. So entfielen im Vergleich zum Vorjahr diesmal die Kategorien „Beste Autorin/Bester Autor Unterhaltung“ und „Bester Schnitt Unterhaltung“. Dafür gab es in diesem Jahr neu die Kategorien „Beste Dokumentation Serie“ und „Bestes Buch Unterhaltung“. In der letzteren Kategorie ging der Preis an Jan Böhmermann, Markus Hennig und Hanna Herbst für das neue „ZDF Magazin Royale“.

In der Kategorie „Beste Dokumentation Serie“ wurde „Charité intensiv – Station 43“ (ARD/RBB) ausgezeichnet. Bemerkenswert: Dies ist innerhalb von vier Wochen bereits der dritte Preis für die von Carl Gierstorfer und Mareike Müller stammende Produktion. Kurz zuvor gab es für „Charité intensiv – Station 43“ bereits den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis und den Katholischen Medienpreis.

Laut der vom Deutschen Fernsehpreis mitgeteilten Statistik gingen beim Wettbewerb 2021 neun Auszeichnungen an die ARD, acht an das ZDF, drei an die Mediengruppe RTL (alle für Vox, zweimal in Kooperation mit dem RTL-Portal TV Now) und ebenfalls drei an Sender der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe. Zwei Preise erhielt TNT Serie. Im Streaming-Bereich gab es drei Preise für Netflix und eine Auszeichnung für Amazon Prime Video. Das heißt, die öffentlich-rechtlichen Sender erhielten insgesamt 17 Preise, die privaten Anbieter kamen auf 12 Auszeichnungen. Wie der Deutsche Fernsehpreis weiter mitteilte, gingen zusammengerechnet auf alle Kategorien (inklusive Förderpreis) rund 41 Prozent der Preise an Frauen.

Die Auszeichnungen wurden von einer großenteils aus Produzenten und Sendervertretern bestehenden 14‑köpfigen Jury vergeben. Im Einzelnen gingen die Preise diesmal an folgende Personen und Sendungen:

1) Bester Fernsehfilm
Für immer Sommer 90 (ARD/Degeto)

2) Bester Mehrteiler
Oktoberfest 1900 (ARD/BR/WDR/MDR/Degeto)

3) Beste Drama-Serie
Para – Wir sind King (TNT Serie)

4) Beste Comedy-Serie
Das letzte Wort (Netflix)

5) Beste Schauspielerin
Petra Schmidt-Schaller für Die Toten von Marnow (ARD/NDR/Degeto)

6) Bester Schauspieler
Sascha Alexander Geršak für Die Toten von Marnow (ARD/NDR/Degeto) und Polizeiruf 110: Die Verurteilte (ARD/MDR)

7) Beste Information
Markus Lanz (ZDF)

8) Beste Sportsendung
Vendée Globe – In 80 Tagen um die Welt (ZDF), „Sportstudio“-Reportage von Nils Kaben und Hermann Valkyser über die Teilnahme von Boris Herrmann an der Non-Stop-Segelregatta

9) Beste Moderation/Einzelleistung Information
Anja Reschke für Panorama (ARD/NDR)

10) Bestes Infotainment
Joko & Klaas – Live: Pflege ist nicht selbstverständlich (Pro Sieben)

11) Beste Dokumentation
Schwarze Adler (Amazon Prime Video/ZDF) von Torsten Körner

12) Beste Dokumentation Serie
Charité intensiv – Station 43 (ARD/RBB) von Carl Gierstorfer und Mareike Müller

13) Beste Unterhaltung Show
Wer stiehlt mir die Show? (Pro Sieben) mit Joko Winterscheidt, Thomas Gottschalk, Palina Rojinski und anderen

14) Beste Comedy, Late Night
Freitagnacht Jews (ARD-Mediathek/WDR Fernsehen) mit Daniel Donskoy und Gästen

15) Bestes Factual Entertainment
Showtime of my Life – Stars gegen Krebs (Vox) mit Guido Maria Kretschmer, Motsi Mabuse und Joachim Llambi

16) Beste Unterhaltung Reality
Princess Charming (TV Now/Vox)

17) Beste Moderation/Einzelleistung Unterhaltung
Andrea Kiewel für ZDF-Fernsehgarten

18) Beste Regie Unterhaltung
Frank Lieberich für Catch! Die Deutsche Meisterschaft im Fangen (Sat 1)

19) Bestes Buch Unterhaltung
Jan Böhmermann, Markus Hennig und Hanna Herbst für ZDF Magazin Royale (ZDF)

20) Beste Ausstattung Unterhaltung
Michael König (Setdesign) und Kaja Manenbach (Szenenbild) für ZDF Magazin Royale (ZDF)

21) Beste Kamera Information/Dokumentation
Alexander Gheorghiu für Höllental (ZDF)

22) Bester Schnitt Information/Dokumentation
Philip Drangmeister und Xenia Kalinitchenko für Stern Crime: Der Alptraummann (TV Now/Vox)

23) Beste Regie Fiktion
Özgür Yildirim für Para – Wir sind King (TNT Serie)

24) Bestes Buch Fiktion
Jantje Friese für Dark (Netflix)

25) Beste Kamera Fiktion
Leah Striker für Unbroken (ZDFneo)

26) Bester Schnitt Fiktion
Christoph Cepok, Rainer Nigrelli, David Wieching für How to Sell Drugs Online (Fast) (Netflix)

27) Beste Musik Fiktion
Michael Klaukien für Oktoberfest 1900 (ARD/BR/WDR/MDR/Degeto)

28) Beste Ausstattung Fiktion
Oliver Hoese (Szenenbild), Maria Schicker (Kostüm), Gregor Eckstein und Jeanette Latzelsberger (jeweils Maske) für Das Geheimnis des Totenwaldes (ARD/NDR/Degeto)

29) Förderpreis (dotiert mit 15.000 Euro)
Aminata Belli für follow me.reports (Funk/ZDF)

30) Ehrenpreis der Stifter
Hape Kerkeling für sein Lebenswerk

Aus der Begründung der Stifter: „Mit der Auszeichnung würdigen die Stifter (RTL, ZDF, Sat 1, ARD und Deutsche Telekom) einen herausragenden Entertainer, der als Komiker und Parodist, als Mann der vielen Gesichter, Schauspieler, Moderator und Autor dem Fernsehen seit Jahrzehnten immer wieder neue Impulse gibt und das Publikum durch seine enorme künstlerische Bandbreite und seine Persönlichkeit bis heute begeistert.“

17.09.2021 – MK

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