Der „Münster“ Tatort: Dreifach an der Spitze der Quotentabelle des Fernsehjahres 2019

23.12.2019 •

Der „Tatort“ aus Münster ist die erfolgreichste Sendung Deutschlands. Axel Prahl und Jan Josef Liefers sind seine Hauptdarsteller, Prahl ist Kriminalhauptkommissar Frank Thiel, Liefers spielt den Rechtsmediziner Professor Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne. Und der „Tatort“ mit den beiden Ermittlerstars schaffte in diesem Jahr etwas ganz Außergewöhnliches: Er belegt in der Quotentabelle 2019 des deutschen Fernsehens gleich die ersten drei Plätze. Besser geht’s nicht.

Drei Ausgaben gab es in diesem Jahr vom Münster-„Tatort“ (ARD/WDR). Auf Platz 1 der diesjährigen Tabelle liegt laut den Zahlen der GfK-Marktforschung die Folge „Spieglein, Spieglein“ vom 16. März mit 14,008 Mio Zuschauern (Marktanteil: 36,9 Prozent). Die Folge „Lakritz“ vom 3. November kam mit 12,877 Mio Zuschauern (34,5 Prozent) auf Rang 2. Und auf dem dritten Platz folgt die gestern ausgestrahlte Weihnachtsepisode „Väterchen Frost“ mit 12,656 Mio Zuschauern (36,2 Prozent). Die Münster-Folgen sind Schmunzel-„Tatorte“ und das scheint beim deutschen Publikum besonders gut anzukommen.

Aber vor allem dürften die beiden Hauptdarsteller Axel Prahl und Jan Josef Liefers die Garanten für die Beliebtheit des Münster-„Tatorts“ sein. Doch auch die weitere Konstellation mit ihrer markant-originellen Typologie passt: mit Christine Urspruch als Silke Haller, der Assistentin von Professor Boerne, die von ihm wegen ihrer Kleinwüchsigkeit stets „Alberich“ genannt (nach dem Zwerg aus Wagners Oper „Rheingold“); mit Friederike Kempter als Kriminalkommissarin Nadeshda Krusenstern, der guten Seele dieses „Tatorts“, aus Russland stammend und Assistentin von Kommissar Thiel (die aber bald aussteigen wird, wie der WDR am 23. Dezember nach entsprechenden Presseberichten bestätigte); mit Wilhelmine Klemm als bärbeißiger Münsteraner Staatsanwältin mit whiskyrauchiger Stimme; mit Claus Dieter Clausnitzer als Herbert Thiel, dem taxifahrenden und Marihuana liebenden Vater von Kommissar Thiel, die beide im westfälischen Münster die prominentesten Fans des Fußballvereins FC St. Pauli sind.

Handball-WM-Spiel erzielt die beste Quote im Sportbereich

Dass diesmal ein Krimi-Format die ersten drei Plätze in der Quotentabelle des deutschen Fernsehens belegt, liegt insbesondere daran, dass 2019 ein Jahr ohne Fußballgroßturnier war, also ohne Welt- oder Europameisterschaft, die in den jeweiligen Jahren für die höchsten Quoten sorgen. So geschah es nun, dass in diesem Jahr eine Handball-Live-Übertragung die besteingeschaltete Sportsendung war: Auf Platz 4 der Quotentabelle liegt das Handball-WM-Halbfinalspiel Deutschland gegen Norwegen (25:31) vom 25. Januar mit 11,901 Mio Zuschauern (Marktanteil: 34,6 Prozent) für die ARD. Dann folgt auf Rang 5 das erste Fußballspiel, nämlich die von RTL live übertragene EM-Qualifikationsbegegnung Niederlande gegen Deutschland (2:3) vom 24. März mit 11,836 Mio Zuschauern (34,1 Prozent).

Auf den Plätzen 6 und 7 rangieren wieder zweite „Tatorte“: die Kölner Folge „Weiter, immer weiter“ (ARD/WDR) mit 10,613 Mio Zuschauern (28,8 Prozent) und die österreichische Episode „Wahre Lügen“ (ARD/ORF) mit 10,458 Mio Zuschauern (28,6 Prozent). Auf dem achten Platz liegt ein weiteres Live-Spiel der Handball-WM: Die Partie Deutschland gegen Kroatien (22:21) sahen am 21. Januar im ZDF 10,034 MioZuschauer (30,8 Prozent). Auf den Positionen 9 und 10 liegen dann erneut zwei „Tatorte“. Es sind die Folgen „Die Pfalz von oben“ (ARD/SWR) mit 9,970 Mio Zuschauern (27,4 Prozent) und „Baum fällt“ (ARD/ORF) mit 9,968 Mio Zuschauern (28,2 Prozent).

In den Top Ten der TV-Quotentabelle 2019 befinden sich somit sieben „Tatort“-Folgen, zwei Handballspiele und ein Fußballspiel. Auf Platz 11 übrigens rangiert in der 2019er-Tabelle das DFB-Pokal-Finale zwischen Bayern München und RB Leipzig (3:0), das am Abend des 25. Mai im Ersten live übertragen wurde und das 9,958 Mio Fußballfans sahen (Marktanteil: 34,9 Prozent). Und auch wenn es noch eine Woche hin ist, bis das Jahr endet, wird sich an den genannten Platzierungen ganz oben ziemlich sicher nichts ändern, da in der letzten Woche eines Jahres Sendungen solch hohe Quoten eigentlich nicht mehr erreichen. Einzig der Münchner „Tatort“, der am 2. Weihnachtstag im Ersten läuft, könnte noch auf Rang 9 oder 10 vordringen; dafür müsste die Folge „One Way Ticket“ aber um die 10 Mio Zuschauer erzielen.  

23.12.2019 – da/MK