Kritik am Deutschen Fernsehpreis: „Diese Ignoranz uns Urhebern gegenüber“

31.01.2018 • Die MK dokumentiert im Folgenden den vielbeachteten Facebook-Eintrag, den Kristin Derfler am 10. Januar veröffentlichte, nachdem sie festgestellt hatte, dass sie, Autorin des für den Deutschen Fernsehpreis 2018 nominierten zweiteiligen ARD-Films „Brüder“ (Koautor war Regisseur Züli Aladag), zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises am 26. Januar in Köln nicht eingeladen worden war:

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

Meine Freude war sehr groß, als ich erfahren habe, dass „Brüder“ für den Deutschen Fernsehpreis nominiert wurde.

Gestern wurde bekannt, dass zwar der Regisseur, die Produzentin, die Redakteurin und auch die Schauspieler Einladungen erhalten haben, aber NICHT die Autorin, die Urheberin Kristin Derfler! Drei Jahre Arbeit…und nun nicht dabei? Auf Nachfrage meines zuständigen Redakteurs beim Deutschen Fernsehpreis haben wir dann erfahren:

Dieses Jahr werden sämtliche Autorinnen und Autoren der nominierten Produktionen aufgrund von Platzmangel (!!) erst gar nicht eingeladen!!! Wörtlich heißt es bei der verantwortlichen Agentur Hauer des Dt. Fernsehpreises: „…dass der Deutsche Fernsehpreis dadurch, dass es in diesem Jahr eine Serienkategorie gibt, ein deutliches Platzproblem hat und daher generell bei allen Filmproduktionen der ersten Einladungsrunde darauf verzichtet hat, Autorinnen und Autoren einzuladen…“

Wie oft sollen wir es denn noch sagen: Ohne uns Autoren gäbe es keine Filme, wir sorgen dafür, dass all jene Menschen, die sich demnächst beim Filmpreis feiern lassen, überhaupt Arbeit haben!!

Diese Ignoranz uns Urhebern gegenüber ist ein Skandal!! Es ist doch ungeheuer verlogen, wenn in der Branche immer wieder von der „Wichtigkeit“ der Autoren gesprochen wird und dann handstreichartig ein ganzer Berufsstand ausgeschlossen wird.

Bitte teilen!!

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Anm. der Red.: Die Veranstalter des Deutschen Fernsehpreises, die Sender WDR (für die ARD), ZDF, RTL und Sat 1, reagierten auf Kristin Derflers Veröffentlichung, die weitere Kritik an der Einladungspolitik nach sich zog, so etwa vom Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD), und luden die Autoren dann doch noch zur Preisverleihungs-Gala ein

31.01.2018 – MK