Vatikan: Greg Burke leitet Presseamt und Markus Schächter ist Mitglied im Mediensekretariat

12.08.2016 •

12.08.2016 • Greg Burke ist neuer Leiter des vatikanischen Presseamts und damit Sprecher des Vatikans. Papst Franziskus ernannte den 56-jährigen Burke am 11. Juli mit Wirkung zum 1. August zum neuen Vatikansprecher, nachdem Franziskus das Rücktrittsgesuch des bisherigen Sprechers Federico Lombardi angenommen hatte, der nun in den Ruhestand trat. Lombardi war im Juli 2006 vom damaligen Papst Benedikt XVI. zum Leiter des vatikanischen Presseamts und Vatikansprecher berufen worden. Der Jesuitenpater Lombardi, 73, hatte Ende Februar dieses Jahres bereits die Leitung von Radio Vatikan abgegeben, die er seit 2005 innehatte. Zuvor war er ab 1991 Programmdirektor des Senders gewesen. Von Juli 2001 bis Januar 2013 war Lombardi zusätzlich auch Chef des Vatikan-Fernsehens CTV.

Greg Burke war ab Februar dieses Jahres stellvertretender Vatikansprecher. Davor war der US-Amerikaner ab 2012 für das vatikanische Staatssekretariat als Berater für Kommunikationsstrategien tätig. Burke war damals auf diesen Posten berufen worden, als im Zuge der sogenannten „Vatileaks“-Affäre immer wieder vertrauliche Dokumente des Vatikans in italienischen Medien veröffentlicht wurden. Bevor Gerg Burke Vatikanberater wurde, arbeitete er in Rom ab 2001 als Vatikan-Korrespondent für den US-Fernsehsender Fox News. Davor hatte Burke bereits ab Ende der 1980er Jahre für verschiedene Medien aus Rom berichtet, ab 1990 für das amerikanische „Time Magazine“.

Mit Greg Burke, der der katholischen Gemeinschaft „Opus Dei“ angehört, steht nun erstmals ein Angelsachse an der Spitze des vatikanischen Presseamts. Zuvor stammten, wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) berichtete, die Leiter des Presseamts mit einer Ausnahme stets aus Italien. Von 1984 bis 2006 war der von Papst Johannes Paul II. berufene Spanier Joaquin Navarro-Valls Chef des Presseamts. Für die mediale Vermittlung des von 1978 bis 2005 andauernden Pontifikats von Johannes Paul II. erhielt der ebenfalls dem „Opus Dei“ angehörige Navarro-Valls in Italien mehrere Kommunikationspreise.

Erstmals eine Frau in führender Position im vatikanischen Presseamt

Stellvertretende Vatikansprecherin ist nun seit Anfang August die ausgebildete Radiojournalistin Paloma Garcia Ovejero. Die 40-jährige Spanierin wurde ebenfalls von Papst Franziskus berufen. Sie ist damit auch stellvertretende Leiterin des vatikanischen Presseamts. Es ist das erste Mal, dass beim Vatikan jetzt eine Frau in führender Position im Presseamt tätig ist. Ovejero, geboren 1975 in Madrid, arbeitete ab 1998 als Redakteurin, Moderatorin und später Chefredakteurin des katholischen spanischen Radiosenders Cope, der zu den meistgehörten des Landes zählt. Im Jahr 2012 wechselte Ovejero dann als Korrespondentin nach Rom und berichtete von dort für Cope und weitere Medien.

Markus Schächter ehemaliger Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), ist von Papst Franziskus am 13. Juli zum Mitglied des vatikanischen ‘Sekretariats für die Medien und Kommunikation’ ernannt worden. Der Papst berief neben Schächter zwei weitere weltliche Experten, einen aus den USA und einen aus Spanien, sowie 13 Kardinäle und Bischöfe in das Mediensekretariat.

Das Sekretariat für die Medien und Kommunikation hatte Papst Franziskus Ende Juni 2015 durch einen päpstlichen Erlass („Motu Proprio“) neu geschaffen. Dadurch wurden neun bis dato institutionell getrennte Einrichtungen des Vatikans im Medienbereich unter einem Dach zusammengefasst. Dabei handelte es sich um das Presseamt des Heiligen Stuhls, den vatikanischen Internet-Service, Radio Vatikan, das Vatikan-Fernsehen, die Vatikan-Zeitung „L’Osservatore Romano“, die Vatikan-Druckerei, den Fotodienst und den Vatikan-Verlag. Zusätzlich zu diesen acht Einrichtungen wurde auch der Päpstliche Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel (Päpstlicher Medienrat) in das Mediensekretariat integriert. Zum Chef des Sekretariats hatte der Papst Monsignore Dario Edoardo Viganò berufen, der zuvor Leiter des Vatikan-Fernsehens CTV war.

Markus Schächter, 66, war von 2002 bis 2012 Intendant des ZDF, davor ab 1998 Programmdirektor des Senders. Nach seinem Ausscheiden beim ZDF unterstützte Schächter an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München den Aufbau eines Lehrstuhls für Medienethik, der dann im Oktober 2013 als bundesweit erster dieser Art eingerichtet wurde. Lehrstuhlinhaber ist seitdem der Sozialethiker und Kommunikationswissenschaftler Alexander Filipovic (vgl. FK-Meldung). An der Hochschule der Jesuiten lehrt Schächter außerdem seit 2013 als Honorarprofessor für Medienethik. Von 2004 bis 2012 unterrichtete er als Honorarprofessor an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg die Fächer Medientheorie und Medienpraxis.

12.08.2016 – vn/MK

Print-Ausgabe 24/2019

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