USA/Europa: Zwei amerikanische Medienkonzerne kooperieren in Europa

30.09.2021 •

Die Konkurrenz der Streaming-Angebote ist größer als ursprünglich erwartet: Netflix hat es inzwischen auf weltweit 209 Mio Abonnenten gebracht, Disney plus auf mehr als 116 Mio, während HBO und HBO Max kombiniert inzwischen auf 67,5 Mio zahlende Kunden kommen. Die von Comcast/NBC betriebene Plattform Peacock hat 54 Mio Abonnenten erreicht und das Angebot Paramount plus des Medienkonzerns Viacom CBS hat 42 Mio Kunden. Doch die eindrucksvollen Zahlen bedeuten nicht, dass es den ganzen Streaming-Plattformen aus den USA automatisch auch leichtfällt, sich in kleineren europäischen Ländern zu etablieren.

Deshalb haben sich nun zwei Konkurrenten zusammengetan. Mit dem gemeinsamen Unternehmen Sky Showtime, das – wie der Name schon sagt – auf den bereits existierenden Angeboten der Sky-Gruppe aufbaut, wollen die Comcast Corporation und Viacom CBS zukünftig auf dem europäischen Streaming-Markt jenseits der lukrativen großen Länder wie England, Frankreich, Italien oder Deutschland stärker Fuß fassen. Den jetzt bekannt gewordenen Plänen zufolge soll der Anfang dazu bereits im kommenden Jahr gemacht werden. Spanien, Tschechien und Schweden werden dafür als Beispiele genannt, denen dann rasch andere Länder wie Finnland oder Montenegro folgen sollen.

„Eine gute Strategie“

Die „Los Angeles Times“ zitiert im August zu den Plänen der beiden Konzerne den Medien­analysten Dan Rayburn vom angesehenen Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan. Er sagte: „Es ist eine gute Strategie, eine Menge großartiger Produktionen zu einem gemeinsamen Angebot zu bündeln. Die Anbieter fassen eine Vielzahl von Material, das ihnen bereits gehört, für eine erneute Auswertung zusammen und machen es in neuen Territorien und unter einem neuen Namen verfügbar.“

Dabei teilen sich die beteiligten Unternehmen die Startkosten einer neuen Streaming-Plattform in kleinen Ländern, in denen nicht mit einer hohen Abonnentenzahl zu rechnen ist. Insgesamt rechnet Sky Showtime hinsichtlich der in Aussicht genommenen Länder mit nicht mehr als 90 Mio potenziellen Haushalten, die für ein Abonnement in Frage kommen. Wenn das spezielle Streaming-Angebot für Europa davon im ersten Jahr 10 Mio Haushalte anlocken könnte, wäre dies, meint Dan Rayburn, als Erfolg zu betrachten.

30.09.2021 – Ev/MK

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