USA: Stärkere Diversität bei der Fernsehregie

22.03.2021 •

Kino und Fernsehen sind zwei Wirtschafts- und Kulturzweige, bei denen bisher stets eine besonders starke Überzahl von Weißen und von Männern zu verzeichnen war. Umso deutlicher rückte während der letzten Jahre die Diskussion über die Notwendigkeit einer vielfältigeren Berücksichtigung ethnischer Herkunft und geschlechtlicher Identität auf diesem Sektor in den Mittelpunkt der allgemeinen Diskussion. Auch bei Preisverleihungen wie den vor kurzem wieder verliehenen Golden Globes spielt die Sensibilität der zuständigen Gremien eine immer größere Rolle.

Es nimmt deshalb nicht wunder, dass im jetzt veröffentlichten neuesten Inklusionsbericht der Directors Guild of America festgestellt wird, dass der Anteil afroamerikanischer und weiblicher Regisseure zugenommen hat. Die Untersuchung konzentriert sich auf die über 4300 Fernsehepisoden, die in der TV-Saison 2019/20 in den USA hergestellt wurden, und stellt insgesamt eine stärkere Diversität als in früheren Jahren fest. Die Directors Guild of America ist die gewerkschaftliche Regisseursvereinigung für die Film-, Fernseh-, Theater- und Werbebranche. Sie hat ihren Sitz in Hollywood.

„Inklusion meint jeden“

Im Vergleich zur vorangegangenen TV-Saison stieg der Anteil von Regisseurinnen und afroamerikanischen Regisseuren laut dem Bericht von 27 Prozent auf 32 Prozent an. Nach Angaben der Directors Guild lag die entsprechende Zahl vor fünf Jahren noch bei 18 Prozent. Der Anteil der von Frauen inszenierten Episoden stieg gegenüber dem Vorjahr von 31 auf 34 Prozent und hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt. Latinos hingegen sind in beiden Kategorien nach wie vor stark unterrepräsentiert. Die steigende Zahl von afroamerikanischen Regisseuren und von Frauen auf dem Regiesessel wird interessanterweise im Fernsehbereich hauptsächlich durch vorherige Regietätigkeit bei Kinofilmen oder Commercials beeinflusst, weniger jedoch durch andere Funktionen (Autor, Darsteller etc.) bei früheren Serien.

„Es ist hart genug, im Wettbewerb um die Posten für eine Fernsehregie Erfolg zu haben“, schreibt Thomas Schlamme, der derzeitige Präsident der Directors Guild of America, im Vorwort zum diesjährigen „Inclusion Report“. „Deshalb ist es von vitaler Bedeutung, dass niemand benachteiligt wird, wenn es zur Entwicklung einer Karriere kommt. Obwohl uns die wachsenden Verbesserungen auf einigen Gebieten Mut macht, können wir nicht zufrieden sein, bis wir Fairness für alle erreicht haben. Inklusion meint nicht die eine oder andere Gruppe, Inklusion meint jeden.“

22.03.2021 – Ev/MK

Print-Ausgabe 7/2021

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