USA: PBS startet neuen Kindersender

06.03.2016 •

In den USA soll im Herbst dieses Jahres im Fernsehen ein neuer Kindersender mit einem ganztägigen Programmangebot starten, gab das Public Broadcasting System (PBS) am 23. Februar bekannt. Das Programm soll kostenfrei über die Stationen des quasi öffentlich-rechtlichen Senders PBS in allen Teilen der Vereinigten Staaten verbreitet werden und gleichzeitig als Livestream auf diversen digitalen Plattformen zur Verfügung stehen.

In einer Presseerklärung erläuterte PBS-Präsidentin Paula Kerger das Vorhaben und begründete die Schaffung des neuen Senders, der den Namen „PBS Kids“ tragen wird, vornehmlich mit dem weit verbreiteten Wunsch amerikanischer Eltern, ein speziell auf Kinder ausgerichtetes Sendeangebot nicht nur in den Morgenstunden, sondern ganztätig zur Verfügung zu haben. Das reguläre PBS-Programm bietet vormittags schon immer Kindersendungen an, die ebenfalls unter dem Rubrum „PBS Kids“ ausgestrahlt werden. Kerger verwies deshalb darauf, dass sich das Angebot des geplanten Kindersenders davon unterscheiden und eine Vielzahl zusätzlicher Sendungen und Initiativen zu allen Stunden des Tages anbieten solle. Es sei „ein interessantes Phänomen“, erklärte die PBS-Chefin der „New York Times“, dass Eltern PBS-Sendungen für Kinder „während der frühen Abendstunden wollen, wenn alle gerade nach Hause kommen und das Essen vorbereiten müssen, PBS dann bisher aber nicht da ist“.

Konkurrenz für Streaming-Plattformen

Wie schon in früheren Jahren hat das Forschungsinstitut Nielsen Research unlängst wieder ermittelt, dass Live-TV den Fernseh- und Videokonsum von amerikanischen Kindern nach wie vor dominiert. Dabei sehen die Kinder am häufigsten an den Abenden der Werktage fern sowie an Nachmittagen und Abenden der Wochenenden. Dieser Trend gilt für Kinder jeden Alters, ist aber vor allem ausgeprägt in Familien mit geringem Einkommen.

Der neue Sender wird sich auch dadurch vom bisherigen PBS-Kinderprogramm unterscheiden, dass er in direkte Konkurrenz zu den diversen Videostreaming-Plattformen tritt, die ihre Angebote auf diesem Sektor beständig erweitern. Der Streaming-Anbieter Netflix hat bereits angekündigt, dass er gegen Ende des laufenden Jahres 35 Originalsendungen für Kinder im Angebot haben wird, und der Online-Konzern Amazon ist munter dabei, Serien für Kinder zu produzieren. Der Pay-TV-Sender HBO wiederum hatte im vorigen Jahr das Erstsenderecht für die ikonische Kinderserie „Sesame Street“ erworben, die zuvor eine Programmsäule von PBS gewesen war (vgl. MK-Meldung).

06.03.2016 – Ev/MK