USA: Mehr Vielfalt unter den Fernsehschaffenden

05.12.2019 •

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und Bilanzen stehen zu einem solchen Zeitpunkt in allen Bereichen im Mittelpunkt des Interesses, so auch in der Film- und Fernsehindustrie der Vereinigten Staaten. Seit mehreren Jahren schon ist in dieser Branche der Ruf nach Gleichbehandlung von Frauen und von Minoritäten lauter geworden. Nicht zuletzt um einer möglichen Kritik bei den bevorstehenden Preisverleihungen zuvorzukommen, hat die ‘Directors Guild of America’, also die Regievereinigung, jüngst ihre Statistik über die Beschäftigung von Frauen und Angehörigen von Minderheiten im Fernsehbereich bekannt gegeben. Sie tat das diesmal mit umso mehr Resonanz, als das Ergebnis ein erfreuliches war.

Wie der Name des Verbands schon klarstellt, geht es bei den ermittelten Zahlen nur um Regisseure und Regisseurinnen, damit aber um eine der wichtigsten und einflussreichsten Positionen, die jahrzehntelang und gleichsam traditionsgemäß Männern und Weißen zufiel. Zum ersten Mal, heißt es nun in dem Bericht der ‘Directors Guild’, haben bei den Fernsehproduktionen der Saison 2018/19 Frauen und Angehörige von Minderheiten im Fach Regie besser als erwartet abgeschnitten. Unter den 4300 TV-Episoden der Saison befinden sich 31 Prozent, die von Frauen inszeniert wurden, und 27 Prozent von Minoritätsangehörigen. Das entspricht während der letzten fünf Jahre einer Verdopplung der Beschäftigung von Frauen als Regisseurinnen im US-Fernsehen und einem Anstieg von über 40 Prozent bei den Minoritäten.

Regieverbandspräsident Thomas Schlamme kommentierte das Ergebnis entsprechend enthusiastisch: „Inklusion ist seit sehr langer Zeit eine Priorität unserer Organisation, weshalb wir die Studios, Networks und Produzenten gedrängt haben, ihre Anstellungspraxis zu verbessern. Während es, was Veränderungen angeht, in den vergangenen Jahren einen festgefrorenen Zustand gab, sind wir diesmal erfreut und ungeheuer ermutigt, ein Engagement seitens der Industrie zu sehen.“ Unter den von Schlamme erwähnten Produktions- und Sendeunternehmen gibt es allerdings leichte Unterschiede. An die Spitze setzte sich bei den Großunternehmen Disney/ABC mit einem Anteil der Frauen und Minoritäten von insgesamt 57 Prozent, gefolgt von HBO mit 56 sowie 20th Century Fox und Netflix mit jeweils 52 Prozent. Die Schlusslichter sind CBS und Sony mit je 46 Prozent.

05.12.2019 – Ev/MK

Print-Ausgabe 12/2020

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