USA: Im Herbst 2019 startet Apple TV Plus

14.04.2019 •

Computer und Smartphones haben das 1976 von Steve Jobs und seinen Freunden in einer Garage gegründete Technologieunternehmen Apple jahrzehntelang zum Vorreiter des Informationszeitalters gemacht. Doch in jüngster Zeit sind Konkurrenzfirmen dem zum Giganten gewordenen Konzern eng auf den Leib gerückt. Im Januar dieses Jahres musste Apple sogar rückläufige Daten für Umsatz und Gewinn in einem Quartal verkünden. Noch halten dem ikonischen Unternehmen viele Millionen Anhänger apologetenhaft die Treue, aber die Zeit ist gekommen, nach Möglichkeiten für neues Wachstum Ausschau zu halten.

Bewährter Tradition folgend verkündete Apple-Chef Tim Cook die neuesten Pläne des Konzerns am 25. März bei einer Präsentation im Apple-Technologiezentrum in Cupertino (Kalifornien). Es sollte ein Aufbruch seiner Firma in eine neue Zukunft verkündet werden und dazu war die Präsentation mit zahlreichen Stars und Experten garniert. Wie kaum anders zu erwarten war, gab sich der Firmenchef dabei alles andere als zurückhaltend. Wenn man seinen Worten glauben kann, wird Apple in einem Jahr grundlegend anders aussehen als heute, denn der Technologieriese macht sich auf, in die Welt jenseits des Verkaufs seiner Geräte vorzustoßen. Was Tim Cook der staunenden Öffentlichkeit ankündigte, war nichts Geringeres als ein machtvolles Vordringen des Unternehmens in Bereiche wie Fernsehen, Nachrichten, Finanzdienste und Videogames.

Apple-Kreditkarte und Videospiele

Im Herbst 2019 soll Apple TV Plus, eine neue Streaming-Plattform für Abonnementfernsehen mit einer Fülle von Eigenproduktionen, in mehr als 100 Ländern der Welt an den Start gehen. Eine TV-App, über die das Programmangebot verfügbar gemacht wird, soll erstmals auch auf Fernsehgeräten und über Streaming-Boxen der Konkurrenz (wie Amazons Fire TV) verfügbar sein. Apple News Plus wird ein Abo-Modell für die USA heißen, das rund 300 Printmagazine und Zeitungen anbietet, darunter Blätter wie „The New Yorker“, „Esquire“, „Sports Illustrated“ und „Vogue“ und Tageszeitungen wie das „Wall Street Journal“ und die „Los Angeles Times“. Nicht dabei sind die „New York Times“ und die „Washington Post“. Das News-Abo kostet 9,99 Dollar pro Monat. Das Angebot Apple News Plus soll Ende des Jahres auch auf Australien und Großbritannien ausgedehnt werden und im Jahr 2021 auf den Großteil der europäischen Nationen.

Des Weiteren wird der Konzern ein Gaming-Angebot unter dem Namen Apple Arcade ins Leben rufen, worüber der Zugang zu erhalten ist zu mehr als 100 exklusiven Videospielen. Zudem expandiert Apple in den Finanzsektor, indem das Unternehmen in Partnerschaft mit Mastercard und der Goldman-Sachs-Gruppe – vorerst nur in den USA – eine eigene Kreditkarte auf den Markt bringt (Apple Card).

Die Ambitionen von Apple auf dem Videostreaming-Markt sind schon seit längerem spürbar und rückten auch bei der Präsentation in Cupertino in den Mittelpunkt. Eingerahmt durch Auftritte von Stars wie Reese Witherspoon und Jennifer Aniston, von Film- und Fernsehgrößen wie Steven Spielberg und J.J. Abrams, zeigte das Unternehmen Szenen aus einigen seiner Serienproduktionen, mit denen es künftig gegen Netflix & Co. antreten will. Gleichsam gekrönt wurde die Veranstaltung mit einer PR-trächtigen Ansprache der in den USA überaus populären Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey. „Die Apple-Plattform“, sagte sie, „erlaubt mir, all das, was ich tue, auf eine völlig neue Art zu tun, nämlich alles, was ich darüber gelernt habe, wie man Menschen direkt anspricht, auf eine größere Ebene zu heben, denn die Geräte stecken in einer Milliarde Taschen, jawohl, in einer Milliarde Taschen.“

14.04.2019 – Ev/MK

Print-Ausgabe 8-9/2019

Inhalt

Abonnement

Jetzt abonnieren