USA: Für Streaming weltweit 1,1 Milliarden Abonnenten

29.03.2021 •

Die Corona-Pandemie hat das Verhalten des Unterhaltung suchenden Publikums in der ganzen Welt verändert. Es war vorauszusehen, dass vor allem die immer zahlreicher werdenden Streaming-Angebote davon profitieren würden. Jetzt liegen konkrete Zahlen vor, wie sich das Sehverhalten im Kalenderjahr 2020 verändert hat. Die Motion Picture Association of America (MPAA) hat ihren Jahresbericht vorgelegt, der die Nutzung aller dem Publikum zugänglichen audiovisuellen Vertriebsformen sowohl für den US-Markt als auch global aufschlüsselt. Die Ergebnisse sind nicht überraschend, aber in ihrer Deutlichkeit doch erstaunlich.

Dass der Kinobesuch im Jahr der Viruspandemie weltweit stark gesunken ist, war wegen der langfristigen Schließung der Filmtheater zu erwarten. Die Kinoumsätze fielen im Vergleich zum Vorjahr laut dem „2020 Theme Report“ der MPAA global um 72 Prozent, in den USA sogar um 80 Prozent. Gleichzeitig gelang es den Streaming-Anbietern, von der Situation deutlich zu profitieren und ihre Abonnentenzahl um 26 Prozent auf 1,1 Milliarden zu erhöhen. Viele Haushalte haben inzwischen zwei kostenpflichtige Abonnements, nämlich gleichzeitig Streaming und Kabel- bzw. Satellitenfernsehen. Die Tendenz, sich von alten Gewohnheiten zu trennen, wird allmählich deutlich, zeichnet sich bisher wegen des unterschiedlichen Preisniveaus aber noch nicht auf so scharfe Weise ab, wie manche Analysten in den USA vermutet hatten. Das Kabelfernsehen war auch im Jahr 2020 wieder der lukrativste audiovisuelle Markt.

Netflix und Disney plus dominierend

Inwieweit die Ergebnisse des Jahres 2020 kennzeichnend für kommende, von der Pandemie befreite Zeiten sein können, lässt sich schwer absehen. Das über lange Zeitspannen in die eigenen vier Wände verbannte Publikum zeigte sich bereit, alle zur Verfügung stehenden Unterhaltungsprodukte überproportional zu nutzen. Laut MPAA berichteten 55 Prozent der erwachsenen Amerikaner, sie hätten mehr Angebote der digitalen Plattformen abonniert als vor der Corona-Pandemie. 46 Prozent bekannten sich jedoch dazu, außerdem mehr in Pay-TV gesehen zu haben. 85 Prozent der Kinder und mehr als die Hälfte aller Erwachsenen sagten aus, fleißig Mobilgeräte zum Fernsehen genutzt zu haben.

Interessant ist in dem Jahresbericht der MPAA auch eine Detailuntersuchung der erfolgreichsten Streaming-Serien und -Filme. Die Kategorie der „US Top 10 Streaming-Originalserien“ ist nahezu total von Netflix beherrscht. Nur „The Mandalorian“ von Disney plus konnte sich auf Platz 5 dazwischenschieben. Die Netflix-Produktionen „Ozark“, „Lucifer“ und „The Crown“ belegen die ersten drei Positionen. Fast umgekehrt sieht es bei den „US Top 10 Streaming-Filmen“ aus. In dieser Liste finden sich sieben Filme von Disney plus (darunter „Frozen II“ und „Moana“) sowie drei Filme von Netflix (unter anderem „The Secret Life of Pets“). Damit zeichnet sich ab, wer zumindest zur Zeit in der Publikumsgunst die Spitzenrolle unter den Streaming-Anbietern spielt und wie sehr sich die vielen immer neu hinzukommenden Plattformen anstrengen müssen, um sich auf dem Markt zu behaupten.

29.03.2021

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