USA: Farbige Darsteller in Film und Fernsehen noch längst nicht gleichberechtigt

22.08.2018 • In den Kinos liefen Filme wie „Black Panther“, im Fernsehen Serien wie „This Is Us“, die den Eindruck erweckten, Farbige hätten es inzwischen leichter, Engagements bei Film und Fernsehen zu bekommen. Doch der erste Eindruck täuscht. Trotz regelmäßiger Proteste in der Öffentlichkeit und trotz aller Beteuerungen der amerikanischen Fernseh-Networks hat sich auf diesem Gebiet wenig gebessert. Der Kampf um Gleichberechtigung für Schwarze und somit um Diversität ist im Sektor von Kino und Fernsehen noch längst nicht zu Ende.

Schon seit mehreren Jahren liefern Wissenschaftler der University of California in Los Angeles (UCLA), der University of Southern California und der San Diego State University den Hollywood-Studios und Networks Statistiken und Gutachten über die geringe Berücksichtigung von Schwarzen und Angehörigen anderer Ethnien in ihren Film- und Fernsehproduktionen. Die Verantwortlichen versprechen regelmäßig eine Umkehr ihrer diskriminierenden Praxis. Doch wie neueste Untersuchungen wiederum zeigen, ist der Fortschritt gering.

200 Kinofilme und 1251 Fernsehsendungen des Jahres 2016 waren Gegenstand der jüngsten Studien. Was das amerikanische Fernsehen angeht, so sagen es die Autoren übereinstimmend, erreichten Serien wie „Scandal“ (ABC), „Empire“ (Fox) und „How to Get Away With Murder“ (ABC), an denen Schwarze wahrnehmbar beteiligt sind, zwar hohe Zustimmungswerte beim Publikum, seien aber nach wie vor die Ausnahme in den Programmen. Ana-Christina Ramón, die für die UCLA-Untersuchung verantwortlich zeichnet, summiert das Ergebnis: „Obwohl es Beispiele für Inklusion gibt, ist das nicht repräsentativ für das Gesamtangebot. […] Wenn wir das gesamte Bild betrachten, hat sich die Nadel kaum bewegt.“

Verbesserungen in zwei Bereichen

Dabei hat sich herausgestellt, dass die Erfolgsaussichten von Filmen und Fernsehserien bei der Gesamtheit aller Bevölkerungsschichten und Altersgruppen wachsen, je größer der Anteil der an ihnen mitwirkenden Minoritäten ist. Kinofilme, an deren Besetzung Minderheiten mit einem Anteil von 21 bis 30 Prozent beteiligt sind, erzielten laut UCLA-Bericht die höchsten Besucherzahlen und Umsätze. Vergleichbares gelte für Fernsehsendungen, heißt es in der Studie.

In zwei Bereichen, so vermerkt die Untersuchung, habe es hinsichtlich der ethnischen Diversifikation Fortschritte gegeben, und zwar bei der Besetzung von Hauptrollen in Serien der Broadcast-Networks und bei der Produktion von dramatischen Serien für Streaming-Anbieter. Im ersten Bereich habe es seit der TV-Saison 2011/12 eine Verbesserung von 5,1 auf 18,7 Prozent gegeben, im zweiten von 6,2 auf 15,7 Prozent. „Die Unterhaltungsindustrie bewegt sich langsam“, sagt Ramón, „und das Problem besteht darin, dass bei der jetzigen Geschwindigkeit Gleichberechtigung noch sehr weit entfernt ist.“

22.08.2018 – Ev/MK