USA: Emmy-Auszeichnung für ZDF-Intendant Thomas Bellut

01.12.2020 •

Thomas Bellut, seit 2012 Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) in Mainz, erhält den „International Emmy Directorate Award“ für das Jahr 2021. Das gab die International Academy of Television Arts & Sciences am 1. Dezember im New York bekannt. Thomas Bellut sei „ein herausragender Journalist und Sendermanager“, der mit seiner 30-jährigen Karriere beim ZDF das Fernsehen in Deutschland und darüber hinaus entscheidend geprägt habe, erklärte Bruce L. Paisner, Präsident und Chief Executive Officer (CEO) der Akademie.

Mit dem International Emmy Directorate Award ehrt die Akademie Einzelpersonen oder Organisationen für ihren herausragenden Beitrag zum internationalen Fernsehen. Die Verleihung findet seit 1973 jährlich in New York statt. Den International Emmy Directorate Award haben auch die früheren ZDF-Intendanten Dieter Stolte (1997) und Markus Schächter (2009) erhalten. Preisträger sind ebenfalls die ehemaligen RTL-Geschäftsführer Helmut Thoma (1994) und Anke Schäferkordt (2013).

„Herausragende Führung des ZDF“

Ursprünglich sollte Thomas Bellut die Auszeichnung der International Academy of Television Arts & Sciences im Rahmen der Verleihung der diesjährigen International Emmy Awards im November 2020 in New York überreicht werden, und zwar – wie die Akademie weiter mitteilte – „in Anerkennung seiner herausragenden Führung des ZDF“ und zum Gedenken an den 30. Jahrestag der Wiedervereinigung Deutschlands, zu der „das ZDF mit intensiver Berichterstattung“ beigetragen habe. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Preisverleihung aber auf 2021 verschoben. So werde Bellut die Auszeichnung ein Jahr später als eigentlich geplant erhalten, erklärte Paisner. Die Verleihung ist nun für den 22. November 2021 in New York vorgesehen, im Rahmen der Gala für die 49. Vergabe der internationalen Emmy Awards.

In der Begründung für die Auszeichnung an Thomas Bellut heißt es weiter, dass der ZDF-Intendant es mit der Übernahme seines Amts zu seiner Priorität gemacht habe, unter anderem auf qualitätsvolle Filme zu setzen, darunter die Dreiteiler „Ku’damm 59“ (2018) und „Unsere Mütter, unsere Väter“ (2013). Letzterer lief in den USA unter dem Titel „Generation War“ sogar im Kino, wenn auch nur in einigen wenigen. Im Jahr 2014 wurde „Unsere Mütter, unsere Väter“ mit dem International Emmy ausgezeichnet (vgl. FK 48/14). Gewürdigt wurde nun von der Akademie auch, dass im ZDF seit vielen Jahren die Naturkunde- und Wissenschaftsserie „Terra X“ ausgestrahlt wird. In der Preisbegründung wird überdies die Bedeutung von ZDF Enterprises hervorgehoben. Die Tochtergesellschaft des ZDF, die unter anderem für den weltweiten Programmvertrieb, die Durchführung von internationalen Koproduktionen und den Lizenzeinkauf für Qualitätsprogramme zuständig ist, habe sich „erfolgreich als eigenständiger Marktteilnehmer im nationalen und internationalen Umfeld etablieren“ können.

„In Deutschland wissen wir den Wert freier und unabhängiger Medien ganz besonders zu schätzen. Ich freue mich daher sehr darüber, dass die Academy die Auszeichnung ausdrücklich mit den Leistungen des ZDF im Kontext der deutschen Wiedervereinigung verknüpft hat. Dieses einzigartige Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte hat mein Berufsleben als Journalist und Medienmanager ganz besonders geprägt“, erklärte ZDF-Intendant Bellut anlässlich der Preisbekanntgabe.

Thomas Bellut, geboren am 8. März 1955 in Osnabrück, hat Politikwissenschaften, Geschichte und Publizistik in Münster studiert. Sein Studium schloss er mit der Promotion ab. Der Titel seiner Dissertationsschrift lautete „Die DDR-Berichterstattung in den Nachrichtenmedien der Bundesrepublik Deutschland“. Im Jahr 1983 startete Bellut seine berufliche Karriere als Redakteur bei der Tageszeitung „Westfälische Nachrichten“ in Münster. Ein Jahr später begann er beim ZDF ein Volontariat und war anschließend als Redakteur für die Sendereihe „Länderspiegel“ tätig. 1986 wechselte er als Korrespondent in das ZDF-Studio Berlin. Zwei Jahre danach kehrte er als Referent des damaligen ZDF-Programmdirektors Oswald Ring in die Sendezentrale nach Mainz zurück.

Von 1990 bis 1992 war Bellut für die Sendereihen „Familienmagazin“ und „Reiselust“ verantwortlich. Anschließend übernahm er die Leitung der damaligen „Blickpunkt“-Redaktion, die in der ZDF-Hauptredaktion Innenpolitik angesiedelt war. Anfang 1997 wurde Bellut Chef dieser Hauptredaktion. In dieser Funktion moderierte er ZDF-Sonder- und Wahlsendungen, das „Politbarometer“ sowie die Ausgaben von „ZDF-spezial“ und „Was nun, ..?“. Ende November 2002 wurde Thomas Bellut dann ZDF-Programmdirektor. Im März 2012 rückte er schließlich in der Nachfolge von Markus Schächter an die Spitze des Senders.

01.12.2020 – vn/MK

Print-Ausgabe 1/2021

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