USA: Bei zwei politischen Sendungen von CNN übernehmen Frauen die Moderation

02.02.2021 •

Bis vor kurzem waren die sonntäglichen Politiksendungen „Inside Politics“ und „State of the Union“ des auch in Deutschland empfangbaren US-Nachrichtenkanals CNN International in männlicher Hand. Das hat sich geändert, seit es bei den beiden Sendungen mit Wirkung zum 24. Januar 2021 Personaländerungen gab: Auf dem Moderatorenstuhl von „Inside Politics“ hat die CNN-Korrespondentin und -Kommentatorin Abby Phillip den 59-jährigen John King abgelöst, bei „State of the Union“ wurde Dana Bash zusätzliche Moderatorin.

King wird weiterhin im US-Programm des Senders um 12.00 Uhr Ostküstenzeit die werktägliche Ausgabe von „Inside Politics“ moderieren. Dem internationalen Publikum ist John King insbesondere auch aus den US-Wahlnächten und von anderen Sonderprogrammen bekannt, wenn der erklärte Mathematik-Liebhaber am Großdisplay temporeich und unglaublich souverän komplizierte Statistiken, Umfrageergebnisse und Prognosen präsentiert. Während der tagelangen Auszählungen bei der Präsidentenwahl im November 2020 war King zeitweise – mit kurzen Pausen – bis zu vierzehn Stunden vor der Kamera. Die „Los Angeles Times“ nannte ihn den „Master of Election Maps“.

Die 1988 geborene Harvard-Absolventin Abby Phillip begann ihre Karriere als Journalistin bei der „Washington Post“, arbeitete im digitalen Bereich für „Politico“ und „ABC News“ und stieß 2017 zu CNN, zunächst als Korrespondentin im Weißen Haus. Die Schwarzamerikanerin ist bei Großereignissen regelmäßig in den Diskussionsrunden des Senders vertreten und Autorin der im Januar 2021 ausgestrahlten Dokumentation „Kamala Harris: Making History“. Ihre neue Sendung bei CNN trägt künftig den Titel „Inside Politics Sunday With Abby Phillip“. In Europa ist das Diskussionsformat sonntags um 14.00 Uhr hiesiger Zeit zu sehen.

Die jüngste Chefkorrespondentin

Direkt im Anschluss um 15.00 Uhr folgt die Interviewsendung „State of the Union“, vormals geleitet von Jake Tapper. Seit dem 24. Januar wird die Sendereihe auch von Dana Bash moderiert und heißt seither „State of the Union with Jake Tapper and Dana Bash“. Die mehrfach preisgekrönte Dana Bash kam direkt nach dem College zu CNN und arbeitete dort als Redakteurin, Reporterin und Korrespondentin für Senats-Angelegenheiten und das Weiße Haus. Sie ist in Washington bestens vernetzt, ebenfalls häufig in den Gesprächsrunden des Senders vertreten und wird regelmäßig in aktuellen Sendungen zugeschaltet, um Kommentare und Analysen abzugeben. Jake Tapper moderiert weiterhin auch die werktägliche Sendung „The Lead“. Die Sendezeit in Europa ist 22.00 Uhr.

Eine Umbesetzung gab es im Januar 2021 zudem im CNN-Team, das aus dem Weißen Haus berichtet. Der frühere leitende Korrespondent Jim Acosta wechselte an das Moderatorenpult. Seine vorherige Stelle hat die 28-jährige Kaitlan Collins übernommen, die seit 2017 als Reporterin im Weißen Haus arbeitet und im selben Jahr von CNN engagiert wurde. Collins gilt als die jüngste Chefkorrespondentin im Bereich der großen US-Senderketten.

Sowohl der 49-jährige Acosta wie auch Collins waren während der Trump-Präsidentschaft Angriffen und Restriktionen ausgesetzt. CNN generell und Acosta im Besonderen wurden vom damaligen Präsidenten Donald Trump wiederholt der falschen Berichterstattung – Stichwort: Fake News – bezichtigt. Collins wurde im Juli 2018, Acosta im November desselben Jahres zeitweilig aus den Pressekonferenzen der US-Regierung verbannt. CNN und Acosta gingen mit Erfolg gerichtlich gegen die Maßnahme vor. Neben anderen Verbänden hatten die White House Correspondents’ Association und sogar der Trump-freundliche Sender Fox News die Boykottmaßnahmen und die kontinuierliche allgemeine Diffamierung der Presseorgane von Seiten der Trump-Administration kritisiert.

02.02.2021 – hk/MK

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