USA: AT&T hat sich von DirecTV wieder getrennt

27.08.2021 •

Erst sechs Jahre ist es her, dass sich der amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T ins Fernsehgeschäft eingekauft hat. Das Unternehmen bezahlte 49 Mrd Dollar und übernahm 18 Mrd Dollar Schulden, um sich den führenden Fernsehsatellitenbetreiber und Pay-TV-Anbieter DirecTV einzuverleiben.

Wie alles, was AT&T in jüngster Zeit angefasst hat, war auch sein Agieren bei DirecTV eine Katastrophe. Innerhalb von sechs Jahren unter dem Dach von AT&T verloren dessen TV-Plattformen DirecTV, U-Verse und das Streaming-Angebot AT&T TV rund 40 Prozent ihrer Abonnenten, mehr als sonst ein Untenehmen in der Branche. Anfang August nun trennte sich der Telefonriese wieder von DirecTV. Das dieser Schritt vollzogen würde, hatte AT&T bereits im Februar dieses Jahres angekündigt (vgl. MK-Meldung). An dem neuen Unternehmen, das künftig also wieder als selbständige Firma betrieben wird und weiterhin DirecTV heißt, hält AT&T noch 70 Prozent, die restlichen 30 Prozent liegen beim Beteiligungsunternehmen TPG Capital.

Der Tumult der letzten Jahre

Unter der Herrschaft von AT&T war DirecTV von Problemen verfolgt, die seinen guten Ruf bei den Zuschauern rasch verspielten. War DirecTV einst für seinen guten Kundendienst bekannt, so war damit bald Schluss, nachdem der Telefonservice des Mutterkonzerns auch die Behandlung von Problemen auf dem Satelliten-TV-Sektor übernahm. Immer mehr Abonnenten lösten sich von DirecTV, während AT&T seine Aufmerksamkeit der Gründung von Streaming-Plattformen wie DirecTV Now, AT&T Now und AT&T TV widmete, die sich auf dem Markt aber alle nicht als erfolgreich erwiesen.

Bill Morrow, 62, ein auf dem Telekommunikationssektor in den USA, Australien und Neuseeland bewährter Manager, ist der neue Chef von DirecTV. In einem ersten Presseinterview sagte er unter anderem: „Einiges von dem Tumult war selbst erzeugt. Es hatte nichts damit zu tun, dass die Konsumenten das Angebot nicht mochten; der Grund war vielmehr, dass wir intern zu vieles gleichzeitig getan haben.“ Morrow war schon Ende 2019 von AT&T angeheuert worden. Er hat also den von ihm benannten Tumult der letzten Jahre bereits als Insider mitbekommen. Auch heute noch glaubt er daran, dass das Geschäft mit dem Satellitenfernsehen länger bestehen werde, als manche Analysten voraussagen. Interne Untersuchungen und Kundenumfragen hätten gezeigt, so Morrow, dass viele Zuschauer weiterhin gebündelte Angebote ihrer bevorzugten Fernsehkanäle neben Streaming-Plattformen wie Netflix haben wollten.

27.08.2021 – Ev/MK

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