YouTube, Bildung und Wissensvermittlung

27.08.2018 • «Die Entwicklung von YouTube zu einem bedeutsamen Angebot im Bereich des Onlinelearnings begann 2009 mit dem US-amerikanischen Education Channel. Während man in Deutschland YouTube vor allem mit Katzenvideos und amateurhaften Musikvideos in Verbindung brachte, fanden sich im Education Channelüber 100 Universitäten zusammen, die Bildung und Wissen öffentlich machten und mit der Idee des „Lebenslangen Lernens“ verbanden. Das Ideal des Internets von einem freien, jedem zugänglichen Raum an Wissen und Informationen schien greifbar zu sein, als vor allem die großen, angesehenen Universitäten wie Harvard oder das MIT ausgesuchte Lehrveranstaltungen online stellten und weltweit jedem Interessierten mit Internetzugang die Möglichkeit boten, diese Angebote wahrzunehmen. Neben den freien universitären Angeboten entstand mit kostenpflichtigen Plattformen wie Coursera oder Udacity ein großer Markt an Onlinekursen zu allen nur denkbaren Themen. Zu den immer wieder hochgelobten Beispielen gehört aber beispielsweise auch die Khan Academy mit über 4 Mio. Abonnenten. Die Akademie, gegründet von Salman Khan, beschreibt sich als „nonprofit organization with the mission of providing a free, world-class education for anyone, anywhere [...]“. Bekannt wurde der gleichnamige YouTube-Kanal durch die einfache Struktur der Wissensvermittlung: Khan kritzelte auf ein Grafik-Tablet Formeln und Gleichungen und erklärte und kommentierte gleichzeitig. Damit bot er eine Wissensvermittlung auf Augenhöhe, die kostenlos, verständlich und immer verfügbar war; das begeisterte Lernende weltweit. Weitere erfolgreiche Wissenschaftskanäle wie Crash Course (aktuell 7,7 Mio. Abonnenten) der Brüder Hank und John Green oder Vsauce (aktuell mehr als 13 Mio.) wurden immer beliebter. Vsauce umfasst verschiedene Kanäle mit zumeist wissenschaftlichen Themengebieten, die seit 2001 von Michael Stevens und anderen YouTubern produziert werden.»

Aus einem Aufsatz von Susanne Vollberg (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Department für Medien und Kommunikation) zum Thema „Klug durch YouTube!? Zur Relevanz von populären Wissenschaftskanälen und Lernvideos für Jugendliche“. Der Aufsatz ist nachzulesen im Themenheft „Digitalisierte Jugend“ der Vierteljahreszeitschrift „TV Diskurs – Verantwortung in audiovisuellen Medien“ (Ausgabe 3/2018). Die Zeitschrift wird herausgegeben von der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF).

27.08.2018 – MK