Wenn wir zum Beispiel keinen Sport mehr zeigen sollen

30.03.2018 •

30.03.2018 • «Wir haben 2009 keine Beitragserhöhung bekommen. 2015 sind die Finanzen sogar abgesenkt worden. Wir haben unser Angebot massiv erweitert, wir haben den kompletten digitalen Bereich aufnehmen müssen. Das hat dazu geführt, dass wir Arbeit verdichten mussten, dass wir auch in der freien Mitarbeiterschaft Personal verloren haben. Irgendwann ist der Drops gelutscht. Dann muss man sagen: Mehr geht jetzt nicht. Und das muss auch die Politik wissen. Wenn sie das will, muss sie uns sagen, wo unser Auftrag, der über den Rundfunkstaatsvertrag festgelegt ist, beschnitten werden soll. Wenn wir zum Beispiel keinen Sport mehr zeigen sollen, dann ist es so. Aber davor kann ich nur warnen, denn wenn die Fußball-Nationalmannschaft nicht mehr im Free-TV läuft, verlieren wir ein ganz wesentliches Element für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Weil die Nationalmannschaft, auch Bayern München, eine gesellschaftspolitische Wirkung hat, die man nicht unterschätzen darf. Das macht uns gewaltig zu schaffen. Wir brauchen eine Beitragserhöhung, sonst werden wir das Angebot einschränken müssen. Und da warten wir auf Signale der Politik, die sollen uns dann mal sagen, wo wir kürzen sollen. Denn es muss jedem klar sein, dass die Rechnung nicht aufgeht, wenn man auf der einen Seite verlangt, dass wir unseren Auftrag erfüllen und auf der anderen Seite dann seit 2009 die Gelder dafür einfriert.»

Thomas Hinrichs, Informationsdirektor des Bayerischen Rundfunks (BR), beim DJU-Journalistentag 2018 in einer Diskussionsrunde zum Thema „Kommerz macht Macht“

30.03.2018 – MK