Welchen Weg WDR-Intendant Tom Buhrow nicht gehen wird

10.05.2018 • WDR-Intendant Tom Buhrow erhielt am 8. Mai in der Rundfunkratssitzung des WDR in Köln fast durchgehend Zustimmung dafür, wie der Sender die Aufklärung betreibt hinsichtlich der Vorwürfe sexueller Belästigung gegen WDR-Mitarbeiter (vgl. MK-Artikel). Buhrow betonte vor dem Gremium in seinem Bericht zu dem Thema, dass sexuelle Belästigung im WDR selbstverständlich nicht geduldet und dass Fehlverhalten konsequent verfolgt werde: „Wir müssen eine wirkliche Aufarbeitung betreiben.“ Dem fügte er dann folgende Sätze hinzu:

«Das ist keine Einbahnstraße. Und ich habe es erlebt, als Valerie Weber von mir als Direktorin Ihnen vorgeschlagen wurde, und ich habe es nicht erlebt, aber viele von Ihnen haben es erlebt, als die sogenannten „Radioretter“ sich gegen kleine Reförmchen bei WDR 3 stemmten, mit Unterschriftenlisten von Pensionären und anonymen Listen, von aktiven Mitarbeitern et cetera. Den Weg, den ich nicht gehen werde, das muss ich auch ganz klar sagen, das ist, dass jeder egoistisch seinen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, seinen WDR definiert und sagt: Nur, was ich will mit meiner Sendung, also den Sendeplatz, und nur wenn es so läuft, wie es meine Nase ist, dann ist es der wahre, gute, edle WDR, und alles andere, wenn Chefs was entscheiden, was mir nicht passt, ist ein Angriff und ist Angstkultur. Den Weg gehe ich nicht mit, das muss ich auch ganz deutlich sagen.»

Vom Rundfunkrat gab es daraufhin großen Applaus für den Intendanten.

Buhrow hatte in der Rundfunkratssitzung zuvor auch dem im Zusammenhang mit der Belästigungsaffäre aufgekommenen Vorwurf einer Angstkultur im Sender widersprochen. Dazu sagte er unter anderem:

„Es braucht keiner Angst zu haben. Ich meine, der WDR ist eigentlich der rebellischte Laden, da kriegt man ja ’n Orden, wenn man sagt: ‘Ich hab meinem Chef mal gesagt, was mir alles nicht passt.‘“

10.05.2018 – MK