Öffentlich-rechtliche Medienangebote sind für die Gesellschaft da

16.12.2019 •

«Demokratie ist vor allem auch auf gelingende Kommunikation, auf lebendige Öffentlichkeit angewiesen, damit auf Medien, die die Fakten recherchieren, kritische Wahrheiten herausfinden, die Vielfalt der Meinungen und die Lebenswirklichkeit der Menschen abbilden und so den gesellschaftlichen Diskurs im Gang halten.

Wie kann dies gelingen, wenn die Polarisierung der Gesellschaft weiter voranschreitet, der Geltungsanspruch der Wahrheit durch belegbare Tatsachen erodiert und die Bereitschaft zum Austausch anderer Meinungen zunehmend schwindet? Eine wichtige Voraussetzung für einen gelingenden Diskurs ist die Fähigkeit und die Bereitschaft, Tatsachen von Meinungen zu unterscheiden. Fakten sind die Essenz, die harte Währung des Journalismus. Nur Fakten können wahr oder falsch sein. Meinungen sind niemals wahr oder falsch. Meinungen, die einem unsympathisch sind, sind keine Lügen, sondern einfach andere Meinungen.

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Zur Eröffnung der re:publica hat der Bundespräsident in diesem Jahr gesagt: Digitalisierung heißt: vernetzt zu sein. Demokratie aber heißt: verbunden zu sein. In der Demokratie sind wir in einem tieferen, einem politischen Sinne aufeinander angewiesen, mehr als nur per Like oder Dislike. Diesen Schritt vom Vernetzt- zum Verbundensein, den müssen wir in der Zukunft der Digitalisierung hinbekommen.“

Dieser gesellschaftlichen Herausforderung stellen wir uns in der ARD. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist Teil dieser Gesellschaft. Öffentlich-rechtliche Medienangebote sind für diese Gesellschaft da. Das unterscheidet uns grundlegend von jenen, für die diese Gesellschaft nur als Markt und Sammlung von Datensätzen da ist.

Denn: Wir sind deins.“»

MDR-Intendantin Karola Wille in einem längeren Gastbeitrag im „Tagesspiegel“ (vom 15. Dezember 2019) im Rahmen einer Reihe zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

16.12.2019