Muss Jan Josef Liefers sich bei den Medien entschuldigen?

17.10.2021 •

Aus einem längeren Interview des „Tagesspiegels“ (Ausgabe vom 16.10.2021) mit dem Schauspieler Jan Josef Liefers:

Tagesspiegel: In Ihrem Beitrag bei #allesdichtmachen kritisierten Sie die Konformität der Medien in der Pandemie. Sehen Sie das ein halbes Jahr später immer noch so?

Jan Josef Liefers: Nein. Das Narrativ war zu Beginn der Pandemie sehr synchronisiert. Die AfD und die Querdenkerszene sagen, die Presse sei gleichgeschaltet. Ich sage, das stimmt nicht. Aber es gab eine ungewohnte Einheitlichkeit der Berichterstattung. Die Leute gemeinsam so in die Angst zu treiben, fand ich nicht richtig. Angst hilft nicht, sie lähmt und begünstigt Verschwörungsdenken. Mir wurde unterstellt, ich wolle mit meinem Video die Solidarität der Gesellschaft unterwandern. Dabei war es nur Mediensatire. Muss ich mich dafür bei den Medien entschuldigen? Ich denke nicht.

[…]

Tagesspiegel: In ihrer „Tatort“-Rolle als Professor Boerne sind Sie ein eingebildeter Ironiker, auch bei #allesdichtmachen nutzen Sie Ironie. Geraten da Rolle und Person durcheinander?

Jan Josef Liefers: Ich kann das gut auseinanderhalten und für andere habe ich mir extra den Bart und die spezielle Brille für die Rolle angeschafft, damit es keine Verwechslung gibt. Anzug und Schlips trage ich privat fast nie. Klausjürgen Wussow wurde nach seinem Ausscheiden bei der „Schwarzwaldklinik“ häufig von älteren Damen gefragt, ob sie ihre Medikamente lieber absetzen sollen. Das passiert mir aber nicht.

17.10.2021 – MK

Print-Ausgabe 23-24/2021

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