Helmut Kohl, CDU-Sender und das Fernsehen

23.02.2018 • Christian Schwarz-Schilling: Ich bin der Meinung, dass diese Öffnung [des Fernsehmarkts für private Anbieter; MK-Red.] eine große Vielfalt tatsächlich in Gang gesetzt hat. Dass aber diejenigen, die jetzt bei der CDU meinten, jetzt kriegen wir CDU-Sender bei den Privaten – und diese Meinung hatte ja auch fast Helmut Kohl, der also dann Leute anschrie und sagt: Was ist denn da, was haben wir denn hier eigentlich gemacht? Da hat also auch Helmut Kohl mich manchmal dann zur Brust genommen und gesagt: Was haben wir denn da angerichtet? Das ist ja ein ganz, ganz schlimmer Kommentar gegen uns gewesen, der ist jetzt hier von RTL gekommen oder von sonst woher. Und da habe ich gesagt: Ich habe niemals zugesagt, dass wir damit jetzt CDU-Sender bekommen. Ich habe nur gesagt, dass wir damit Ausgewogenheit bekommen, dass es so etwas von anderer Meinung als der linken marxistischen, fast kommunistischen, die wir in Hessen hatten, dass wir das ablösen können durch Ausgewogenheit.

Aus einem am 22. Februar 2018 in der Deutschlandfunk-Sendung „Zeitzeugen im Gespräch“ ausgestrahlten Interview, das Chefkorrespondent Stephan Detjen mit dem früheren Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling (CDU) geführt hat. Schwarz-Schilling sorgte mit seiner Anfang der 1980er Jahre forcierten Politik der Verkabelung von westdeutschen Haushalten mit dafür, dass hierzulande privat-kommerzielles Fernsehen eingeführt werden konnte.

23.02.2018 – MK