Ein Ressort für Medienkritik in der Zeitung

26.08.2019 •

Harald Staun in seiner Kolumne „Die lieben Kollegen“ auf der Medienseite der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (Ausgabe vom 25. August 2019):

«Untergegangen ist in der ganzen Aufregung auch die interessante Bilanz, die Rezo am Ende des Videos zieht: Auch auf YouTube, erklärt er, gebe es Leute, „die Sachen machen, wo man sagen kann, das ist eigentlich nicht gut, dass es das gibt“. Nur dass man damit offenbar nicht so leicht durchkomme: „Wir analysieren das und sagen: Das ist nicht cool!“ Es gebe zwar auch ein paar „Zeitungen“, die das machten, „Bildblog“ und „Übermedien“ etwa, aber er frage sich: „Warum machen das nicht alle Zeitungen?“ Er wolle den Zeitungen nicht unrecht tun, vielleicht würden ja „Süddeutsche“, F.A.Z. oder „Zeit“ „regelmäßig gegen Assi-Printmedien … ranten“. Aber wenn nicht, sollten sie doch bitte damit anfangen. Ein Ressort für Medienkritik in der Zeitung: Das ist natürlich eine phantastische Idee. Wir würden sofort damit anfangen; wenn es nur jemand lesen würde.»

Anlass für den Text Stauns ist, dass der YouTuber Rezo sich als Gast des YouTube-Kanals „Space Frogs“ mit Boulevardzeitungen („Bild“, „B.Z.“) befasste und dabei die Antiquiertheit der Printmedien und die Arbeitsweise mancher Journalisten kritisierte. So machte sich Rezo etwa darüber lustig, dass in gedruckten Zeitungen noch immer das Fernseh- und das Kinoprogramm veröffentlicht werden. Die Kritik sorgte natürlich für Aufregung bei den Printmedien.

26.08.2019 – MK