Die moderne Serie und die klassische Romanliteratur

09.12.2019 •

«Die narrative Grundeinheit der Serie, die Episode, ist in Aufbau und Funktion durchaus dem Kapitel eines Romans vergleichbar. Auch bezüglich des Detailreichtums der porträtierten Welt, die, mit Roland Barthes gesprochen, den „Realitätseffekt“ der Fiktion hervorruft, lässt sich eine Parallele zwischen den modernen Serien und der klassischen Romanliteratur, insbesondere der des 19. Jahrhunderts, ziehen. Und nicht zuletzt ermöglicht die horizontale Erzählweise auch einen höheren Grad an Komplexität bei den Charakteren und der Handlungsentwicklung.»

Markus May, Professor am Institut für Deutsche Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ (Ausgabe vom 7. Dezember 2019) auf die Frage, ob sich „horizontal erzählte Megaserien“ wie „Game of Thrones“ oder House of Cards“ als „moderne TV-Romane klassifizieren“ lassen. May gibt an der Universität München Seminare zur US-amerikanischen Fernsehserie „Game of Thrones“ (HBO, 2011 bis 2019).

09.12.2019 – MK

Print-Ausgabe 16-17/2020

Inhalt

Abonnement

Jetzt abonnieren