Die „Bild“-Zeitung und ihr Chefredakteur: Wissentlich unverantwortliches Verhalten

28.02.2020 •

«Und wir haben eben diesen großen Aspekt der Radikalisierung mit rassistischen, rechtsorientierten, rechtsextremistischen, antisemitischen, teilweise zusammengesuchten kruden eigenen Ideologien aus anderen – teilweise aus Breivik, teilweise aus Christchurch –[…] plus nun diesen Modus operandi, der dazu anleitet, natürlich von folgenden Tätern übernommen zu werden. Das haben wir schon bei Christchurch als Risiko hier gesehen, dass das hier passieren kann. Und an der Stelle gehört ein klares Wort in Richtung eines Chefredakteurs einer großen deutschen Zeitung, der „Bild“-Zeitung, ausgesprochen. Da scheinen viele nicht so klar zu sprechen. Die „Bild“-Zeitung verhält sich völlig unverantwortlich, weil die Forschung genau weiß, dass, wenn so Täter auf Startseiten großer Seiten sind, entweder auf Startseiten im Internet oder auf den Titelseiten, eben mit vollem Namen, mit vollem Gesicht zu sehen, dann ist das ein großes Risiko für folgende Taten, weil genau das ist attraktiv für folgende Täter, die im Bereich Amok oder solcher Taten unterwegs sind. Und der Chefredakteur weiß das genau und verhält sich aus meiner Sicht völlig verantwortungslos, wenn er das jetzt heute wieder etabliert, um mehr zu verkaufen.»

Sebastian Fiedler, Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, in der am 20. Februar ausgestrahlten Ausgabe der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“, die sich mit dem Rechtsextremismus in Deutschland und dem am Tag zuvor geschehenen, rassistisch motivierten Anschlag von Hanau befasste, bei dem der Täter zehn Menschen ermordete (und sich danach selbst tötete). Chefredakteur der „Bild“-Zeitung ist Julian Reichelt.

28.02.2020 – MK

Print-Ausgabe 6-7/2020

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