Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und Kritik von außen

17.05.2019 •

«In keiner Phase in der deutschen Rundfunkgeschichte war der öffentlich-rechtliche Rundfunk, gewiss auch als Folge von rüden politischen Attacken, nicht von Imagesorgen und Existenzängsten geplagt. Das hat ihn gegen Kritik von außen empfindlich gemacht. Vor allem durch eine kritische Presse fühlten sich die Skeptiker immer wieder in ihrer Sorge um eine gedeihliche Zukunft bestätigt. Dabei kann ein Massenmedium wie das Fernsehen, das es vielen Menschen gleichzeitig recht machen muss, diesem Anspruch zu keiner Zeit gerecht werden. Sein Angebot provoziert jederzeit Kritik, ein Schicksal, das das Fernsehen mit den politischen Parteien, den Kirchen oder der Bahn teilt. Denn auch für das Fernsehen gilt: Irgendein Zug kommt immer zu spät.»

Norbert Schneider in der der Zeitschrift „Blätter für deutsche und internationale Politik“ (Ausgabe Nr. 4/2019) in einem Aufsatz mit dem Titel „ARD und Co.: Raus aus der Wagenburg“. Schneider, 78, war früher unter anderem Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und Fernsehdirektor des damaligen Senders Freies Berlin (SFB).

17.05.2019 – MK