Das Ende der „Sauren Gurke“

15.11.2019 •

«Wer im Radio und Fernsehen weibliche Klischees bediente oder durch sexistische Berichterstattung auffiel, musste seit 1980 damit rechnen, die „Saure Gurke“ verliehen zu bekommen. Einen internen Negativpreis in den öffentlich-rechtlichen Sendern, verliehen von deren Mitarbeiterinnen. Fast 40 Jahre lang gab es jedes Jahr einen Gewinner – Waldemar Hartmann bekam ihn mal, SDR-Chef Ernst Elitz, Jochen Busse und Mike Krüger. Der Preis diente dazu, zu zeigen, wie Sexismus funktioniert und wie eingebrannt er im gesellschaftlichen Umgang ist. Umso erstaunlicher, dass die „Saure Gurke“ ab sofort nicht mehr vergeben werden soll – und mit welcher Begründung.

Dass der Preis abgeschafft wird, wurde Anfang November auf dem Herbsttreffen der Medienfrauen verkündet. Er hätte sich überholt, heißt es. Ein neues Instrument, das die Korrektivfunktion der „Gurke“ ersetzend erfüllen könnte, gibt es bislang ebenfalls nicht.»

Aus einem Artikel in der „taz“ vom 14. November 2019

15.11.2019

Print-Ausgabe 10/2020

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