Sky Deutschland mit deutlich gestiegener Abonnentenzahl

16.08.2017 • Der Pay-TV-Veranstalter Sky Deutschland hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 seine Abonnentenzahl deutlich steigern können. Am 30. Juni 2017 hatte der Sender 4,991 Mio Kunden und damit 365.000 Abonnenten mehr als ein Jahr zuvor. Das entsprach einem Anstieg von 7,9 Prozent. Die aktuelle Zahl der Abonnenten von Sky Deutschland wurde am 27. Juli veröffentlicht, und zwar im Bericht über das Geschäftsjahr 2016/17 des britischen Pay-TV-Konzerns Sky plc, zu dem Sky Deutschland seit 2014 gehört (vgl. hierzu FK-Heft Nr. 32/14). Das abgelaufene Geschäftsjahr erstreckte sich vom 1. Juli 2016 bis zum 30. Juni 2017. Über Sky Deutschland sind auch die Abonnenten des Senders in Österreich miterfasst, was bereits seit vielen Jahren so gehandhabt wird. In dem in London ansässigen Unternehmen Sky plc ist auch dessen britisches und italienisches Pay-TV-Geschäft zusammengefasst.

Sky plc wird von Rupert Murdoch kontrolliert. Der australo-amerikanische Medienmogul will über seinen in New York ansässigen Konzern 21st Century Fox das Unternehmen Sky plc vollständig übernehmen. Bislang besitzt er an Sky plc 39 Prozent. Die Europäische Kommission in Brüssel hat für die Transaktion bereits grünes Licht gegeben. Doch die britischen Medien- und Wettbewerbsbehörden sehen den Deal kritisch, nicht zuletzt da Murdoch bereits mit der „Times“ und der „Sun“ zwei einflussreiche Zeitungen in Großbritannien besitzt. Die zuständige Kultur- und Medienministerin Karen Bradley tendiert vor diesem Hintergrund dazu (Stichwort: Medienpluralismus), die vorgesehene Transaktion einer vertieften Prüfung durch die Wettbewerbsbehörde CMA unterziehen zu lassen. Eine Entscheidung darüber hat die Ministerin bisher noch getroffen. Es ist offen, wann die Prüfungen mit einem Ergebnis abgeschlossen werden können; möglicherweise wird dies erst im Jahr 2018 der Fall sein.

Erhöhter operativer Gewinn

Sky Deutschland erzielte im Geschäftsjahr 2016/17 einen Umsatz von 1,858 Mrd Pfund (2,09 Mrd Euro) – ein Zuwachs von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen aus den Abonnementgebühren betrugen 1,676 Mrd Pfund und hatten somit einen Anteil von 90 Prozent am Umsatz. Die übrigen Umsatzerlöse von 182 Mio Pfund erzielte Sky Deutschland unter anderem durch den Verkauf von Werbezeiten und Sponsoring-Plätzen. Hier beliefen sich die Einnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 76 Mio Pfund, was einen Anstieg von 29 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2015/16 bedeutete.

Die Kosten für Sky Deutschland beliefen sich im Geschäftsjahr 2016/17 auf 1,818 Mrd Pfund, darunter Programmaufwendungen in Höhe von 1,039 Mrd Pfund. Im operativen Geschäft erwirtschaftete Sky Deutschland somit einen Gewinn von 40 Mio Pfund (45 Mio Euro) – im Vergleich zum Geschäftsjahr 2015/16 eine deutliche Steigerung, in dem der operative Gewinn mit 4 Mio Pfund angegeben wurde. Zur Höhe des Netto-Ergebnisses von Sky Deutschland wurden keine Angaben gemacht.

Bei Sky Deutschland erhöhte sich im Geschäftsjahr 2016/17 die Kündigungsquote auf 12,6 Prozent; in den beiden vorherigen Geschäftsjahren hatte sie bei 9,9 Prozent (2015/16) bzw. 8,6 Prozent (2014/15) gelegen. Den Anstieg begründet Sky damit, dass man weniger Rabatte gewähre und dass Kunden Zweijahresverträge auslaufen ließen. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde betrug bezüglich der Sky-Abonnenten in Deutschland und Österreich im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 31 Pfund (35 Euro). Dieser Wert ist signifikant niedriger als bei den Sky-Kunden in Italien (37,50 Pfund/42 Euro) und denen in Großbritannien und Irland (47 Pfund/52,50 Euro).

Die Sky-Umsätze in Deutschland und Österreich in Höhe von 1,858 Mrd Pfund steuerten im Geschäftsjahr 2016/17 rund 14 Prozent zum Gesamtumsatz von Sky plc bei, der sich auf 12,916 Mrd Pfund belief. Die Umsätze des Konzerns im Pay-TV-Geschäft in Italien betrugen 2,458 Mrd Pfund (Anteil: 19 Prozent). Größter Umsatzbringer mit 67 Prozent waren die Pay-TV-Geschäfte in Großbritannien und Irland, mit denen Sky plc 8,6 Mrd Pfund erwirtschaftete. Operativ erzielte der Konzern im Geschäftsjahr 2016/17 einen Gewinn von insgesamt 1,468 Mrd Pfund. Allein 1,292 Mrd Pfund steuerten die Geschäfte in Großbritannien und Irland bei. Für Italien wurde ein Betriebsgewinn von 136 Mio Pfund ausgewiesen; für Deutschland und Österreich die genannten 40 Mio.

Wesentlich teurere Rechtekosten

Zum 30. Juni 2017 hatte Sky plc insgesamt 22,5 Mio Abonnenten. In Großbritannien und Irland waren es 12,7 Mio Kunden, in Italien weitere 4,8 Mio. Hinzu kommen die knapp 5 Mio Abonnenten in Deutschland und Österreich (im Juli, nach Ablauf des Geschäftsjahres 2016/17, wurde die Marke von 5 Mio Abonnenten übersprungen, wie eine Unternehmenssprecherin auf MK-Nachfrage erklärte). Die Kundenzahl von Sky plc wuchs innerhalb eines Jahres um 700.000. Da Sky Deutschland im abgelaufenen Geschäftsjahr 365.000 Abonnenten hinzugewann, steuerte der in Unterföhring bei München beheimatete Sender zuletzt den Großteil der Neukunden für Sky plc bei. Zugleich bedeutete dies, dass Sky Deutschland stärker wuchs als die anderen Sky-Sender – was allerdings darauf zurückzuführen ist, dass gerade in Deutschland, dem einwohnerstärksten Land der Europäischen Union, Pay-TV noch lange nicht so verbreitet ist wie in Großbritannien und Italien im Vergleich zur Einwohnerzahl der jeweiligen Länder.

Jeremy Darroch, der Vorstandsvorsitzende von Sky plc, sieht den Gesamtkonzern aufgrund der Bilanz des jüngst beendeten Geschäftsjahres in „einer starken Position mit signifikantem Wachstumspotenzial“. Wie sich die Geschäftszahlen von Sky Deutschland künftig entwickeln, hängt weiterhin zu einem großen Teil von der Fußball-Bundesliga ab. Wenn man 18. August die neue Saison 2017/18 in der ersten Liga beginnt, kann der Sender nicht mehr alle Spiele live übertragen, sondern nur noch 266 Partien. 40 der insgesamt 306 Erstliga-Begegnungen pro Spielzeit werden von nun an beim TV-Unternehmen Eurosport zu sehen sein, der die Übertragungen unter anderem online über sein kostenpflichtiges On-Demand-Angebot Eurosport Player vermarktet. Alle 306 Spiele der zweiten Liga, die am 28. Juli in die neue Saison gestartet ist, überträgt Sky Deutschland hingegen nun exklusiv.

Obwohl Sky Deutschland ab der Saison 2017/18 insgesamt weniger Bundesliga-Spiele übertragen kann, zahlt der Pay-TV-Sender an die Deutsche Fußball-Liga (DFL) wesentlich mehr für die TV-Rechte an der ersten und zweiten Liga. In der vierjährigen Periode (Spielzeiten 2017/18 bis 2020/21) betragen die Rechtekosten für Sky nach eigenen Angaben im Schnitt 876 Mio Euro pro Saison (vgl. diese MK-Meldung). Im abgelaufenen Rechtezeitraum (Spielzeiten 2013/14 bis 2016/17) hatte sich der Preis auf durchschnittlich 486 Mio Euro belaufen. Somit ergibt sich für Sky ein Anstieg der Kosten von rund 80 Prozent. Sollen diese Zusatzkosten ausschließlich über neue Abonnenten refinanziert werden, müsste eine hohe sechsstellige Anzahl von Kunden hinzugewonnen werden. Denkbar wäre aber auch, dass Sky mehr Werbezeiten vor allem im Rahmen der Fußballübertragungen verkauft und dadurch weitere Einnahmen erzielt.

16.08.2017 – vn/MK

Print-Ausgabe 19/2017

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