Sky Deutschland kooperiert mit FilmFernsehFonds Bayern

20.08.2017 • Der Pay-TV-Veranstalter Sky Deutschland beteiligt sich in diesem Jahr an der bayerischen Film- und Fernsehförderung. Dazu hat der in Unterföhring bei München ansässige Sender am 27. Juli einen Kooperationsvertrag mit dem FilmFernsehFonds (FFF) Bayern abgeschlossen. Das gaben die Beteiligten am 31. Juli bekannt. Dem Vertrag zufolge zahlt Sky an den FilmFernsehFonds in diesem Jahr einen sechsstelligen Geldbetrag, der für dessen Förderbereich ‘Nachwuchsfilm’ vorgesehen ist. Wie viel Geld Sky Deutschland konkret an den FFF zahlt, wollten weder der Sender noch die Fördereinrichtung auf MK-Nachfrage mitteilen. Die Kooperation zwischen Sky Deutschland und dem FFF ist zunächst auf das Jahr 2017 befristet.

Die jetzt eingegangene Zusammenarbeit sieht nicht vor, dass Sky Vertreter in die FFF-Gremien entsenden kann, wo darüber befinden wird, welche Film- und Fernsehprojekte in welcher Höhe finanziell gefördert werden. Beim FilmFernsehFonds, der 1996 in München gegründet wurde, gibt es für die Film- und Fernsehförderung einen Vergabeausschuss. Für den Bereich ‘Internationale Koproduktionen’ gibt es einen Unterausschuss, der sich nur aus einem Teil der Mitglieder des Vergabeausschusses zusammensetzt. Seit Ende 2009 hat der FFF außerdem noch einen zweiten Vergabeausschuss, der für die Förderung von Produktionen hochwertiger und gewaltfreier Computerspiele (Bereich ‘Games’) zuständig ist. Darüber hinaus unterstützt der FilmFernsehFonds noch die Modernisierung von Filmtheatern und die Ausrichtung von Filmfestivals in Bayern.

Befristet bis Ende 2017

Für die Nachwuchsförderung kalkulierte der FFF in diesem Jahr bislang mit 1,7 Mio Euro. Durch die Kooperation mit Sky erhöht sich die Fördersumme nun noch um einen sechsstelligen Betrag. Der FilmFernsehFonds geht davon aus, dass sich sein Förderbudget im Jahr 2017 insgesamt auf einen Betrag zwischen 32 Mio und 35 Mio Euro belaufen wird. Ein wesentlicher Teil dieses Budgets stammt aus dem Haushalt der bayerischen Staatsregierung. Der Großteil der Förderungen des FFF entfällt auf Film- und Fernsehprojekte. Für die Entwicklung von Computerspielen stehen in diesem Jahr 1,3 Mio Euro zur Verfügung.

Carsten Schmidt, Chef von Sky Deutschland, verwies anlässlich der Bekanntgabe der Kooperation mit dem FFF darauf, für seinen Sender sei „die Unterstützung der hiesigen Filmförderung ein wichtiges Anliegen“. Sky Deutschland sei „sehr aktiv“, was die Herstellung von deutschen Serien angehe, sagte Schmidt mit Blick auf die Produktionen „Babylon Berlin“, „Das Boot“, „Acht Tage“, „Der Grenzgänger“ und „Der Pass“. Die bayerische Wirtschafts- und Medienministerin Ilse Aigner (CSU) begrüßte die Beteiligung von Sky beim FFF. Das sei „ein wichtiger Schritt des Senders zur gemeinsamen Stärkung der bayerischen Film-und Fernsehbranche“, erklärte die Ministerin, die auch Vorsitzende des FFF-Aufsichtsrats ist. FFF-Geschäftsführer Klaus Schaefer hob hervor, dass man mit Sky Deutschland „einen gewichtigen Partner auf der Finanzierungsseite“ habe gewinnen können.

Es bleibt indes abzuwarten, ob der Pay-TV-Sender sein finanzielles Engagement über das Jahr 2017 fortsetzen wird. Daran ist der FilmFernsehFonds naturgemäß interessiert. Denkbar wäre, dass Sky bei einer Fortführung der Kooperation in der näheren Zukunft auch Gesellschafter des FilmFernsehFonds wird. In diesem Fall würde der Sender dann auch im FFF-Vergabeausschuss für die Film- und Fernsehförderung vertreten sein. Der FilmFernsehFonds Bayern hat derzeit sechs Gesellschafter: den Freistaat Bayern (55 Prozent), den Bayerischen Rundfunk (12 Prozent), das ZDF (6 Prozent), die Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (8 Prozent), die Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe (6 Prozent) und RTL (4 Prozent). Treuhänderisch hält der FFF selbst einen Anteil von derzeit 9 Prozent, der somit für neue Gesellschafter noch frei wäre.

Zusammenarbeit mit Medienboard

Seine finanzielle Unterstützung beim FilmFernsehFonds Bayern für dieses Jahr hat Sky Deutschland nun zugesagt, nachdem der FFF in der jüngeren Vergangenheit erstmals Förderungen an zwei von dem Pay-TV-Sender in Auftrag gegebene Produktionen vergeben hatte. Dabei handelt es sich um „Acht Tage“ und „Der Pass“. Die achtteilige Dramaserie „Acht Tage“, die von der Münchner Produktionsfirma ‘Neue Super’ seit Anfang Juli hergestellt wird, fördert der FFF mit 350.000 Euro. Für die ebenfalls achtteilige Thrillerserie „Der Pass“, die ab Herbst 2017 von der in München ansässigen Firma Wiedemann & Berg Television produziert wird, beläuft sich die Fördersumme auf 700.000 Euro.

Die Kooperation von Sky Deutschland mit dem FilmFernsehFonds Bayern ist nun die zweite dieser Art, die der Pay-TV-Sender bei der Filmförderung hierzulande eingegangen ist. Mit dem Medienboard Berlin-Brandenburg hatte der Abosender bereits im April eine Zusammenarbeit vereinbart. Auch beim Medienboard unterstützt Sky Deutschland die Filmförderung in diesem Jahr mit einem sechsstelligen Betrag. Der Sender wie auch das Medienboard wollten auf Nachfrage die Höhe der Geldsumme ebenfalls nicht nennen. Die Kooperation mit dem Medienboard ist zunächst auch auf das Jahr 2017 befristet.

Das Medienboard Berlin-Brandenburg hatte zuletzt gleichfalls zum ersten Mal Produktionen finanziell gefördert, die von Sky Deutschland in Auftrag gegeben wurden. Dabei handelt es sich zum einen wiederum um die Serie „Acht Tage“, die überwiegend in Berlin gedreht wird – 500.000 Euro stellt das Medienboard dafür bereit. Zum anderen unterstützte die Institution noch die Großproduktion „Babylon Berlin“, die Sky zusammen mit der ARD in Auftrag gegeben hat. Die 16-teilige Serie (zwei Staffeln á acht Folgen) erhielt vom Medienboard eine Förderung von insgesamt 3,15 Mio Euro und wird von der Firma X Filme Creative Pool hergestellt (zusammen mit ARD/Degeto, Sky und Beta Film). Der Pay-TV-Sender strahlt „Babylon Berlin“ ab dem 13. Oktober aus. Im Ersten Programm der ARD wird die Serie im Jahr 2018 zu sehen sein.

20.08.2017 – vn/MK

Print-Ausgabe 19/2017

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