Radio FFN prüft Klage wegen UKW-Frequenztausch bei Radio Bremen

Der niedersächsische Privatsender Radio FFN prüft eine Klage gegen Radio Bremen wegen dessen UKW-„Frequenztausch“ zwischen dem interkulturellen Hörfunkprogramm Cosmo und dem Jugendprogramm Bremen Next. Das erklärte eine Sprecherin von Radio FFN auf MK-Nachfrage, ohne sich aber näher zur laufenden Prüfung äußern zu wollen. Anscheinend stellt Radio FFN in Frage, ob der Frequenztausch auf Basis der Vorgaben des Radio-Bremen-Gesetzes und des Rundfunkstaatsvertrags zulässig ist. Radio FFN (Sitz: Hannover) ist über eine Vermarktungskooperation auch mit dem Privatradio Energy Bremen verbunden. Außerdem will das Unternehmen ‘Funk und Fernsehen Nordwestdeutschland’, das Radio FFN betreibt, in der näheren Zukunft in Bremen über UKW das Schlagerprogramm Radio Roland starten. Ende 2016 hatte Radio Roland von der Bremischen Landesmedienanstalt (Brema) die entsprechende Lizenz erhalten.

Der Frequenzwechsel von Cosmo und Bremen Next war von Radio Bremen erst am Tag der Umstellung am 3. Februar bekanntgegeben worden. Radio Bremen hatte an diesem Tag die bis dato von Cosmo genutzte reichweitenstarke UKW-Frequenz 96,7 MHz an Bremen Next gegeben. Seitdem ist Bremen Next nicht nur in Bremen, sondern auch Teilen Niedersachsens zu empfangen, in westlichen Landesteilen bis Cuxhaven und Wilhelmshaven und im Osten bis Soltau und Nienburg.

Programm für das Land Bremen

Das Jugendprogramm Bremen Next, das im August 2016 gestartet wurde (vgl. MK-Artikel), war bis Anfang Februar 2017 über die UKW-Frequenz 95,6 MHz nur im Bremer Stadtgebiet zu hören. Diese Frequenz erhielt dann das Programm Cosmo, das bis Ende 2016 unter dem Namen Funkhaus Europa ausgestrahlt wurde. Cosmo wird federführend vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) in Kooperation mit Radio Bremen betrieben; der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) liefert Sendungen für Cosmo zu. Über UKW wird Cosmo in Nordrhein-Westfalen, Bremen, Berlin und Brandenburg ausgestrahlt.

Radio-Bremen-Intendant Jan Metzger erklärte, beim Frequenztausch zwischen Cosmo und Bremen Next habe man sich rechtskonform verhalten. Die Rundfunkanstalt sprach von „der Optimierung der UKW-Frequenzen“, um „eine möglichst optimale analoge Empfangbarkeit der Radio-Bremen-Programme zu gewährleisten“. Zur Begründung für den Frequenztausch verwies die Sendeanstalt darauf, dass deren gesetzgeberischer Auftrag laut dem Radio-Bremen-Gesetz in erster Linie darin bestehe, Programm für das Land Bremen zu machen. Radio-Bremen-Programmdirektor Jan Weyrauch erklärte, bei Cosmo könne man „schlecht Themen setzen, die nur für unsere Region relevant sind“ (vgl. MK-Meldung).

Der Frequenztausch ist Intendant Metzger zufolge absichtlich von Radio Bremen erst kurzfristig bekannt gegeben worden. „So wollten wir verhindern, dass ein öffentlicher Druck erzeugt wird“, erklärte Metzger am 16. März im Rundfunkrat des Senders, wie die Bremer Tageszeitung „Weser-Kurier“ berichtete. Beim Bremer Rat für Integration stießen der Frequenztausch und die damit einhergehende Verschlechterung des UKW-Empfangs von Cosmo auf deutliche Kritik. Der Rat forderte Radio Bremen auf, die Entscheidung zu revidieren.

29.05.2017 – vn/MK