Papst würdigt internationale, mit DW‑Beteiligung geschaffene Medienkooperation für Flüchtlinge

13.07.2017 • Papst Franziskus hat das Online-Projekt „InfoMigrants“ gewürdigt. Bei „InfoMigrants“ handelt es sich um eine Internet-Plattform, die in einer Kooperation dreier internationaler Medienhäuser geschaffen wurde, darunter der Auslandsrundfunk Deutsche Welle (DW). Die beiden weiteren Beteiligen sind der französische Auslandsrundfunk France Médias Monde und die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Über die Plattform sollen Menschen in Entwicklungsländern über die Gefahren einer Flucht nach Europa und legale Wege der Migration informiert werden.

Wie die Deutsche Welle am 4. Juli mitteilte, habe der Papst in einem persönlichen Brief an die Organisatoren von „InfoMigrants“ geschrieben: „Ich möchte meine aufrichtige Wertschätzung für diese wichtige Initiative zum Ausdruck bringen.“ Er habe „mit Freude von den Fortschritten des Projekts Kenntnis genommen“, heißt es im Schreiben des Oberhaupts der römisch-katholischen Kirche weiter. Die Medienhäuser setzten sich für die Integration Schutzbedürftiger ein. Zudem stehe die Initiative für menschliche und christliche Werte – dem Fundament der europäischen Gesellschaft.

Deutsche Welle beteiligt

„Wir freuen uns über die Ermutigung des Heiligen Vaters“, sagte DW-Intendant Peter Limbourg: „Das Schicksal von Millionen von Flüchtlingen und Migranten darf uns nicht gleichgültig sein. Mit ‘InfoMigrants’ ist es uns gelungen, über nationale Grenzen hinweg ein europäisches Medienprojekt zu starten.“ Seit rund fünf Monaten informiert die dreisprachige Plattform Menschen aus und in Subsahara-Afrika, dem Nahen Osten sowie Afghanistan und Pakistan über die Gefahren einer Flucht nach Europa und das europäische Asylverfahren. Das Online-Projekt wird von der Europäischen Kommission finanziert.

Seit Februar 2017 arbeiten bei den drei Partnern Redaktionsteams an Blogs und Facebook-Auftritten in den Projektsprachen Englisch, Arabisch und Französisch. Tagesnachrichten deckt das Angebot ebenso ab wie Erfahrungsberichte von Flüchtlingen und edukative Erklärstücke, beispielsweise zu internationalen Vereinbarungen wie dem EU-Türkei-Flüchtlingsabkommen. Auch über das Förderprogramm „Starthilfe Plus“ des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für freiwillige Rückkehrer informiert „InfoMigrants“. „Wir wollen Flüchtlingen unabhängige Informationen bieten und falsche Geschichten der Schlepper und Menschenhändler entlarven“, hatte DW-Programmdirektorin Gerda Meuer zum Start der Plattform erklärt. Migranten könnten für das Projekt auch selbst Erfahrungsberichte einschicken, mit Fotos oder als Videos.

Die französisch-deutsch-italienische Kooperation ist laut DW-Mitteilung zunächst auf ein Jahr angesetzt. Danach werde gemeinsam mit der EU über eine Fortführung entschieden. Das Projekt ergänze die bestehenden Angebote der Deutschen Welle für Neuankömmlinge, darunter das Dossier „Erste Schritte in Deutschland“, Angebote zum Deutschlernen und ein vom Auswärtigen Amt finanziertes Projekt für Flüchtlinge aus Afghanistan und Pakistan.

13.07.2017 – MK

Print-Ausgabe 14/2017

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