Neue ZDF-Hauptredaktion für Kulturberichterstattung

Das ZDF baut für seine Kulturberichterstattung eine neue Hauptredaktion auf. Ab dem 1. April 2017 werde die Hauptredaktion „Kultur“ für alle Programme und Ausspielwege der ZDF-Senderfamilie produzieren, teilte das ZDF auf MK-Nachfrage mit. Ab diesem Zeitpunkt werde die Hauptredaktion dann verantwortlich sein für alle Kulturformate, darunter die Sendereihen „Aspekte“, „Das Literarische Quartett“ (beide ZDF), „Kulturzeit“, „Kulturpalast“ (jeweils 3sat) und die jährliche „Echo-Klassik“-Verleihung im ZDF-Programm. Hinzu kämen noch die Konzert- und Theaterübertragungen sowie „alle Sonderanstrengungen im Kulturbereich“, erklärte das ZDF weiter. Außerdem sei in Planung, ein Online-Kulturangebot aufzubauen.

Der neuen Hauptredaktion sind nun die folgenden Redaktionen zugeordnet: Redaktion „Kultur/Kulturzeit“, Redaktion „Kultur Berlin“, Redaktion „Musik & Theater“ sowie der Bereich „Zentrale Aufgaben“. Ihren Sitz hat die Hauptreaktion in der ZDF-Zentrale in Mainz. Laut Senderangaben arbeitet die Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die künftig für die neue Hauptredaktion Kultur tätig sind, bereits bislang in der Sendezentrale.

Anne Reidt übernimmt Leitung

Für die Kulturberichterstattung eine eigene Hauptredaktion einzurichten, ist dem ZDF zufolge „Teil der bereits angestoßenen Strukturveränderung hin zur Plattformredaktion, die unabhängig für alle Sender und Ausspielwege produziert“. Unter einer Plattformredaktion versteht die Fernsehanstalt eine „sendeplatzübergreifende Bündelung der Programmherstellung nach Genres und Sujets in einer Organisationseinheit“. Ende 2013 hatte das ZDF entschieden, im Sender „Plattformredaktionen flächendeckend“ einzuführen (vgl. FK-Meldung).

Die Leitung der neuen Hauptredaktion Kultur hat am 1. Januar 2017 die Journalistin Anne Reidt übernommen. Der entsprechenden Personalentscheidung von ZDF-Intendant Thomas Bellut hatte der Verwaltungsrat des öffentlich-rechtlichen Senders bereits Ende September 2016 zugestimmt. Reidt wurde die Leitung der Hauptredaktion für zunächst drei Jahre und damit bis zum 31. Dezember 2019 übertragen. Die 49-Jährige ist beim ZDF derzeit auch noch Leiterin der „Heute-Journal“-Redaktion. Chefin der Nachrichtensendung war Reidt 2009 geworden; zuvor stand sie ab 2003 an der Spitze des ZDF-Landesstudios in der hessischen Hauptstadt Wiesbaden. Leiterin des „Heute-Journals“ wird Anne Reidt noch bis Ende März bleiben – parallel zu ihrer neuen Funktion. Am 1. April 2017 übernimmt dann Wulf Schmiese die Leitung der „Heute-Journal“-Redaktion.

Dem Personalvorschlag von Intendant Bellut, Schmiese zum neuen Leiter des „Heute-Journals“ zu machen, stimmte der ZDF-Verwaltungsrat in seiner Sitzung am 20. Januar 2017 zu. Schmiese, 49, arbeitet seit 2010 beim ZDF, zuvor war er ab 2001 für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ und ab 2007 für die „FAZ“ tätig. Beim ZDF war Schmiese vier Jahre lang Hauptmoderator des „Morgenmagazins“. Seit September 2014 ist er politischer Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin. Wulf Schmiese hat Geschichte, Politik und Nordamerikanistik studiert und 1998 im Fachbereich Geschichte über die deutsch-amerikanischen Beziehungen promoviert.

Moderatorenwechsel bei „Kulturzeit“

Beim auf 3sat ausgestrahlten Magazin „Kulturzeit“ – das gemeinsam von ZDF, ARD (Deutschland), ORF (Österreich) und SRF (Schweiz) redaktionell verantwortet wird, also den Sendern, die das Fernsehprogramm 3sat veranstalten – gibt es seit dem 23. Januar 2017 drei neue Moderatoren: Vivian Perkovic (ZDF), Peter Schneeberger (ORF) und Nina Mavis Brunner (SRF). Vom bisherigen vierköpfigen Moderationsteam blieb nur Cécile Schortmann (ARD/HR). Die 45-Jährige präsentiert die „Kulturzeit“ seit 2008. Die drei Moderatorinnen und der Moderator präsentieren das Magazin im wöchentlichen Wechsel.

Vivian Perkovic, die beim Südwestrundfunk (SWR) volontiert hat, arbeitet als Musikkritikerin beim Programm Radio Eins (Rundfunk Berlin-Brandenburg/RBB). Zudem arbeitet die 38-Jährige in der Redaktion des vom Deutschlandradio Kultur ausgestrahlten Magazins „Tonart am Nachmittag“, das sie abwechselnd mit Kollegen auch moderiert. Perkovic steht für das ZDF bei der „Kulturzeit“ vor der Kamera. Peter Schneeberger, Jg. 1972, leitet beim Fernsehen des Österreichischen Rundfunks das Ressort „Musik und Theater“. Er moderiert für das ORF-Fernsehen auch Opern- und Theaterübertragungen und präsentiert die Reihe „Orte der Kindheit“. Die 35-jährige Nina Mavis Brunner arbeitet seit 2005 bei 3sat und beim Schweizer Fernsehen SRF als Moderatorin, Redakteurin oder Produzentin, unter anderem für die Sendereihen „Kulturplatz“, „Schweizweit“ und „Tonspur – der Soundtrack meines Lebens“.

Als Präsentatoren der „Kulturzeit“ bei 3sat verabschiedet haben sich Ende 2016 Tina Mendelsohn (ZDF), Ernst A. Grandits (ORF) und Andrea Meier (SRF). Mendelsohn, 52, moderierte das Magazin ab 2001, Grandits, 65, ab 1996 und Meier, 46, ab 2004. Warum gleich drei der vier Moderatoren auf einen Schlag ausgetauscht wurden, wurde von 3sat nicht näher erläutert. In einer Pressemitteilung hieß es lediglich: „Die Neubesetzung des Moderatorenteams führt die 2016 begonnene Weiterentwicklung des von den 3sat-Partnern ZDF, ORF, SRF und ARD gemeinsam getragenen Magazins ‘Kulturzeit’ fort.“

07.02.2017 – vn/MK

Print-Ausgabe 2-3/2017

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