Carolin Kerschbaumer wird Geschäftsführerin des FilmFernsehFonds Bayern

29.11.2017 • Die stellvertretende bayerische Regierungssprecherin Carolin Kerschbaumer wird am 1. Februar 2018 neue Geschäftsführerin des FilmFernsehFonds (FFF) Bayern. Den Vertrag für die Leitungsposition hat sie am 27. November unterschrieben, wie der FFF am selben Tag mitteilte. Zuvor hatte sich der zehnköpfige Aufsichtsrat der Filmfördereinrichtung in seiner Sitzung am 28. September darauf verständigt, dass Kerschbaumer neue FFF-Geschäftsführerin wird. Der Aufsichtsrat hatte seine Vorsitzende, die bayerische Wirtschafts- und Medienministerin Ilse Aigner (CSU), damit beauftragt, den Vertrag mit Carolin Kerschbaumer auszuhandeln. Dem Kontrakt hat auch das Kabinett der bayerischen Staatsregierung von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zugestimmt. Der Freistaat Bayern hält die Mehrheit der Gesellschafteranteile beim FilmFernsehFonds.

Die Geschäftsführerposition beim FilmFernsehFonds Bayern wird neu besetzt, weil Ende Januar 2018 Amtsinhaber Klaus Schaefer im Alter von 65 Jahren in den Ruhestand tritt. Schaefer ist seit dem 1. Januar 2001 Geschäftsführer des FFF. Zuvor war er seit der Gründung der Einrichtung im Jahr 1996 stellvertretender FFF-Geschäftsführer. Bevor Schaefer zum FilmFernsehFonds kam, war er in der bayerischen Staatskanzlei unter anderem Leiter des Referats ‘Medienpolitik und Medienrecht’. Erster Geschäftsführer des FilmFernsehFonds war Herbert Huber, langjähriger CSU-Landtagsabgeordneter und viele Jahre Chef der CSU-Filmkommission.

Mit Carolin Kerschbaumer steht ab Februar 2018 erstmals eine Frau an der Spitze des FilmFernsehFonds Bayern. Kerschbaumer, geboren 1967 im oberbayerischen Traunstein, hat Rechtswissenschaft in Speyer und München studiert. An der Universität München hat sie dann beim Staatsrechtler Rupert Scholz promoviert. Kerschbaumer arbeitete in verschiedenen Positionen im bayerischen Finanzministerium und wechselte später in die Münchner Staatskanzlei. Dort leitete sie unter anderem die Referate ‘Medienwirtschaft und Medienstandort’ sowie ‘Rundfunkpolitik und Rundfunkrecht’; zudem war sie Pressesprecherin der Staatskanzlei.

Aus der CSU-Ministerialbürokratie

Von 2010 bis 2013 war Carolin Kerschbaumer in der Staatskanzlei Leiterin des Referats ‘Filmpolitik und Film- und Fernsehförderung, elektronische Spiele’. In dieser Zeit gehörte sie auch dem FFF-Vergabeausschuss für die Film- und Fernsehförderung an. Sie war in der Folge auch wieder als Pressesprecherin der Staatskanzlei tätig. Am 1. Oktober 2016 übernahm sie dann die Leitung der Pressestelle der Staatskanzlei und wurde zugleich stellvertretende bayerische Regierungssprecherin. Mit der Entscheidung, Carolin Kerschbaumer zur neuen FFF-Geschäftsführerin zu berufen, hat der Aufsichtsrat der Förderinstitution nun eine Juristin ausgewählt, die die bayerische Regierungsbürokratie kennt, aus dem politischen Umfeld der CSU kommt und über Fachwissen in film- und medienpolitischen Angelegenheiten verfügt – und damit sicherlich am besten den Vorstellungen des Freistaats Bayerns, also des FFF-Mehrheitseigners, entspricht.

Das Förderbudget des FilmFernsehFonds Bayern beläuft sich nach eigenen Angaben in diesem Jahr voraussichtlich auf einen Betrag zwischen 32 Mio und 35 Mio Euro. Ein wesentlicher Teil davon stammt aus dem Haushalt der bayerischen Staatsregierung. Der Großteil der Förderungen des FFF entfällt auf Film- und Fernsehprojekte. Für die Entwicklung von Computerspielen stehen in diesem Jahr 1,3 Mio Euro zur Verfügung.

Der Freistaat Bayern ist mit einem Anteil von 55 Prozent größter Gesellschafter des FFF. Beteiligt sind außerdem noch der Bayerische Rundfunk (12 Prozent), das ZDF (6 Prozent), die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (8 Prozent), die Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe (6 Prozent) und RTL (4 Prozent). Treuhänderisch hält der FFF selbst einen Anteil von derzeit 9 Prozent, der für neue Gesellschafter noch frei wäre. Der FilmFernsehFonds Bayern hatte zuletzt mit dem Pay-TV-Sender Sky Deutschland eine Kooperation abgeschlossen, die zunächst bis zum Jahresende 2017 befristet ist (vgl. diese MK-Meldung).

29.11.2017 – vn/MK