Reinhart Binder // ARD
Verena Formen-Mohr,
Susann Lange // RBB

Reinhart Binder, ab Mai 2008 beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) Direktor Recht und Unternehmensentwicklung, hat am 1. Januar 2017 die Leitung des ARD-Projekts zur Strukturoptimierung des Senderverbunds übernommen. Zugleich ist Binder damit in hauptamtlicher Funktion Chef einer Arbeitsgruppe, in die jede ARD-Landesrundfunkanstalt einen Vertreter entsendet. Binder, 59, übernimmt diese Aufgaben für zunächst drei Jahre. Die ARD will ihre Strukturen reformieren, indem sie in den nächsten Jahren Kooperationen umsetzt in den Bereichen Verwaltung, Technik, Produktion und Programmerstellung.

Hintergrund für die Veränderungen sind letztlich Forderungen der Bundesländer an die öffentlich-rechtlichen Sender (ARD-Anstalten, ZDF und Deutschlandradio), durch verstärkte Kooperationen die Kosten signifikant zu senken, so dass sich dadurch der zu erwartende Anstieg des Rundfunkbeitrags ab dem Jahr 2021 abmildern lässt. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer hatten Ende Oktober beschlossen, dass die Sender bis Ende September 2017 einen gemeinsamen Vorschlag zu strukturellen Reformen vorlegen sollen.

Die ARD-Vorsitzende Karola Wille (MDR-Intendantin) hatte die Personalie Binder am 23. November in München nach einer ARD-Hauptversammlung (21./22. November) bekannt gegeben. Reinhart Binder sei jemand, „der die ARD gut kennt, der all die Verästelungen im ARD-Verbund kennt“, sagte Wille, die zudem darauf verwies, dass Binder Fusionsbeauftragter beim damaligen Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) gewesen sei. Der ORB war am 1. Mai 2003 mit dem Sender Freies Berlin (SFB) zum RBB zusammengelegt worden. Beim ORB war Reinhart Binder ab 1999 Justiziar und Leiter des Zentralbereichs Recht und Personal. Im Jahr 2002 war er zusätzlich Fusionsbeauftragter des ORB geworden.

Beim neu gegründeten RBB wurde Reinhart Binder dann Justiziar und Leiter der Intendanz. Im Jahr 2008 stieg er zum Direktor Recht und Unternehmensentwicklung auf (dieser Direktionsbereich war damals neu geschaffen worden). In dieser Position stand Binder zum einen an der Spitze des RBB-Justiziariats; zum anderen verantwortete er im Bereich Unternehmensentwicklung die übergreifenden Vorhaben zur strategischen Ausrichtung der Rundfunkanstalt. Dabei war er insbesondere auch zuständig für den mit der Digitalisierung verbundenen strukturellen Umbau des RBB.

Reinhart Binder, geb. am 18.3.1957 in Hamburg, studierte in Würzburg und Hamburg Rechtswissenschaft. Sein Studium schloss er an der Universität Hamburg mit der Promotion zum Dr. jur. ab. Anschließend arbeitete er zunächst zwei Jahre freiberuflich als Anwalt in einer größeren Hamburger Kanzlei, bevor er im Jahr 1989 zum Norddeutschen Rundfunk (NDR) kam und dort Mitarbeiter des Justiziariats wurde. Im Januar 1997 wurde er stellvertretender NDR-Justiziar. Zum 1. Januar 1999 wechselte Binder zum damaligen ORB als Justiziar und Leiter des Zentralbereichs Recht und Personal. Mit der Gründung des RBB im Mai 2003 war er dann in der Folge für die aus ORB und SFB fusionierte Rundfunkanstalt tätig. Als Direktor Recht und Unternehmensentwicklung war Binder ab Mai 2008 auch der Justiziar des RBB.

In der Nachfolge von Reinhart Binder übernahm nach einer Entscheidung von RBB-Intendantin Patricia Schlesinger Susann Lange die Position als Justiziarin der Rundfunkanstalt. Die 44-jährige Lange war zuvor Leiterin der RBB-Intendanz. Diese Funktion hatte Lange im Mai 2008 von Binder übernommen, als dieser bei dem Sender zum Direktor aufgerückt war. Nachfolgerin von Susann Lange als Leiterin der Intendanz wurde Anfang Januar 2017 Verena Formen-Mohr. Die 47-Jährige arbeitete auch vorher in der RBB-Intendanz und war dort bisher für strategische Aufgaben zuständig.

05.01.2017 – MK

Print-Ausgabe 20/2017

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