Patricia Schlesinger, Dagmar Reim //
Verwaltungsrat des Deutschlandradios 

23.09.2017 •  Patricia Schlesinger, 56, Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), ist seit dem 1. September neues Mitglied im Verwaltungsrat des Deutschlandradios (Berlin/Köln). Sie übernahm den Sitz von Dagmar Reim, die ab August 2014 dem Gremium angehörte und nun Ende August 2017 aus dem Gremium ausgeschieden ist. Dagmar Reim, 65, war von Mai 2003 bis Juni 2016 Intendantin des RBB. Auf dieser Position war ihr am 1. Juli 2016 Patricia Schlesinger nachgefolgt (vgl. MK-Meldung). Die Amtsperiode des Deutschlandradio-Verwaltungsrats läuft noch bis Ende Dezember 2018. Ab Anfang Januar 2019 wird das Gremium dann gemäß den Vorgaben des neuen Deutschlandradio-Staatsvertrags, der am 1. September 2017 in Kraft trat, personell vergrößert (vgl. MK-Artikel).

Aktuell gehören insgesamt acht Personen dem Verwaltungsrat des Deutschlandradios an, das die drei bundesweiten Programme Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova veranstaltet. Von den acht Sitzen stehen ARD und ZDF jeweils zwei Plätze in dem Gremium zu. Vertreter des ZDF sind dessen Intendant Thomas Bellut und Verwaltungsdirektorin Karin Brieden. Bellut ist seit August 2014 Vorsitzender des Deutschlandradio-Verwaltungsrats (vgl. FK-Heft Nr. 35-36/14). Die beiden ARD-Vertreter in dem Gremium sind WDR-Intendant Tom Buhrow und nun RBB-Intendantin Patricia Schlesinger. Buhrow ist seit August 2014 stellvertretender Vorsitzender des Deutschlandradio-Verwaltungsrats.

Die übrigen vier Sitze im Verwaltungsrat der Hörfunkanstalt werden von der Politik besetzt. Ein Sitz steht dem Bund zu, dessen Vertreter von der Bundesregierung benannt wird. Von der Bundesregierung wurde Kultur- und Medienstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in den Verwaltungsrat entsandt. Die drei anderen Plätze stehen den Bundesländern zu. Hier dürfte es in näherer Zukunft zu einem personellen Wechsel kommen. Aufgrund von Vereinbarungen im Länderkreis berufen die Länder Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen jeweils einen Vertreter in den Deutschlandradio-Verwaltungsrat. Dabei handelt es sich derzeit um Björn Böhning (SPD), Chef der Berliner Senatskanzlei, Stefan Grüttner (CDU), hessischer Sozialminister, und Marc Jan Eumann (SPD). Eumann war bis Juni 2017 nordrhein-westfälischer Staatssekretär für Europa und Medien. Zum Mitglied des Deutschlandradio-Verwaltungsrats wurde der SPD-Politiker erst im Dezember 2016 von den Ministerpräsidenten berufen. Er folgte damals Angelica Schwall-Düren (SPD) als Verwaltungsratsmitglied nach. Schwall-Düren war von Juli 2010 bis September 2015 nordrhein-westfälische Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien.

Nach dem Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen – auf die Koalition von SPD und Grünen folgte im Juni 2017 die CDU/FDP-Landesregierung – wurde Marc Jan Eumann von seinem Posten als Staatssekretär abberufen und in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Es ist nun zu erwarten, dass die neue NRW-Regierungskoalition mit Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) an der Spitze in Kürze einen neuen Vertreter des Landes für den Deutschlandradio-Verwaltungsrat benennen wird. Damit diese Person Mitglied des Gremiums werden kann, ist allerdings ein Beschluss der Ministerpräsidenten der Bundesländer nötig. Die Berufung des neuen NRW-Vertreters in den Deutschlandradio-Verwaltungsrat dürfte auf der nächsten Konferenz der Regierungschefs beschlossen werden, die vom 18. bis 20. Oktober in Saarbrücken stattfinden wird. Anfang Oktober übernimmt für ein Jahr turnusgemäß das Saarland den Vorsitz in der Ministerpräsidentenkonferenz, den bis Ende September noch Mecklenburg-Vorpommern innehat.

23.09.2017 – vn/MK

Print-Ausgabe 24/2017

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