Historisch einmalige Affäre

Der Umgang von WDR, ARD und Arte mit einem Dokumentarfilm über Antisemitismus

Von René Martens

30.6.17 • Mit Superlativen in einen Artikel einzusteigen, kann man als Effekthascherei auffassen. Die Behauptung, der Dokumentarfilm „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner habe mehrere mediengeschichtlich einmalige Vorkommnisse nach sich gezogen, ist dennoch kaum übertrieben.

Die Ausstrahlung des vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) für den deutsch-französischen Kulturkanal Arte in Auftrag gegebenen Dokumentarfilms, den die zuständige Arte-Redakteurin des WDR im Dezember 2016 redaktionell abgenommen hatte, zögerte sich zunächst hinaus, weil die beteiligten Sender ihn nicht zeigen wollten. Dies tat dann ausgerechnet der Online-Ableger der „Bild“-Zeitung, der sich unter bisher nicht geklärten Umständen Zugang zu der Produktion verschafft hatte: Die Boulevardjournalisten schlüpften in die Rolle von Rechte-Piraten und stellten den mit Rundfunkbeitragsgeldern finanzierten Film „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ am 12. Juni für 24 Stunden online – vor allem wohl auch mit der Absicht, die Auseinandersetzung um den Film für ihre anti-öffentlich-rechtliche Agenda zu instrumentalisieren. Für „Bild“ selbst war der äußere Grund der Veröffentlichung natürlich das Argument der Aufklärung.

Die ARD distanziert sich vom Film

Die öffentlich-rechtliche Premiere des Antisemitismus-Films, wie er schnell allgemein genannt wurde, erfolgte dann am 21. Juni von 22.15 bis 23.45 Uhr im Ersten Programm der ARD – unter historisch außergewöhnlichen Rahmenbedingungen. Der ARD distanzierte sich während der Ausstrahlung durch Inserts permanent von dem Film und verwies dabei auf einen im Internet zugänglich gemachten „Faktencheck“, in dem Mitarbeiter des WDR die beiden Autoren angriffen, die der WDR beauftragt und bezahlt hatte.

Über „Auserwählt und ausgegrenzt“ und das Verhalten der Sender war vorher in einem für einen Dokumentarfilm nicht gekannten Ausmaß diskutiert worden. Dieses Phänomen fand seinen Widerhall in einer Diskussion in der Sendung Talkshow „Maischberger“ (ARD/WDR), die unter der Überschrift „Israelhetze und Judenhass: Gibt es einen neuen Antisemitismus?“ stand. Diese Ausgabe war am 21. Juni um 23.45 Uhr, also direkt nach dem eigentümlich präsentierten Dokumentarfilm, zu sehen. Bei Arte lief das Doppelprogramm aus Dokumentarfilm und Talkshow am selben Abend plötzlich auch, um eine Dreiviertelstunde zeitversetzt.

Das Grimme-Institut organisierte schließlich eine weitere Diskussion, die am 22. Juni in der Volkshochschule Bonn stattfand (und an der der Autor dieser Zeilen teilnahm). Der WDR streamte dieses rund 90-minütige Podiumsgespräch live im Netz und zeigte es am Sonntag, den 25. Juni, ab 11.30 Uhr als Aufzeichnung im Dritten Programm WDR Fernsehen.

Als der Historiker Götz Aly am 2. Mai 2017 in der „Berliner Zeitung“ darüber berichtet hatte, dass Arte sich weigere, den Film auszustrahlen, war die weitere Entwicklung noch nicht abzusehen. Aly gehörte zu den sechs Experten, von denen die Filmautoren Joachim Schroeder und Sophie Hafner zu Beginn dieses Jahres Stellungnahmen zu ihrem Film eingeholt hatten. Die übrigen waren nach Angaben Schroeders der Historiker Michael Wolffsohn (der als Befürworter des Films bei „Maischberger“ auftrat), der Hamburger Politikwissenschaftler Matthias Küntzel, der frühere ARD-Nordafrika-Korrespondent Samuel Schirmbeck, die für den Film interviewte Linguistin Monika Schwarz-Friesel (Technische Universität Berlin) sowie Charles Asher Small, der Direktor des Institute for the Study of Global Antisemitism and Policy (ISGAP) in New York.

„Film mit Schluckauf“

Offenbar hatten die Filmemacher die Hoffnung, die in Verweigerungshaltung verharrenden Sender ließen sich durch die Expertisen zu einem Umdenken bewegen. Das gelang dann allerdings erst viel später den Rechte-Piraten aus dem Hause Springer: Nachdem bild.de den Film zugänglich gemacht hatte (und damit nach MK-Informationen dem privaten Fernsehsender Tele 5 zuvorgekommen war), kündigte die ARD die Ausstrahlung im Ersten an. „Wir haben den Film intensiv geprüft und ich habe entschieden, die Dokumentation und unsere handwerklichen Fragezeichen dazu transparent zur Diskussion zu stellen“, sagte WDR-Intendant Tom Buhrow.

„Transparent zur Diskussion“ stellte die ARD die „handwerklichen Fragezeichen“ schließlich, indem sie dreimal während des Films Kästen einblenden ließ, versehen mit Zitaten aus schriftlichen Statements von im Film erwähnten Organisationen, denen, so der Vorwurf, die Autoren „keine Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben“ hatten. In einem auf der WDR-Website abrufbaren Faktencheck gab es dann weitere Erläuterungen dazu. Zirka alle fünf Minuten wurde zudem am unteren Bildrand im Stil eines Eilmeldung-Livetickers ein Laufband eingeblendet, das auf die „notwendigen Ergänzungen“ verwies, die dieser „Faktencheck“ enthalte. Wer sich, so die implizite Botschaft, beim Schauen des Films keinen Risiken und Nebenwirkungen aussetzen wolle, müsse unbedingt den „Faktencheck“ beachten.

Die auf diese Weise kommentierte Fassung bezeichnete Caroline Fetscher am 22. Juni in einer Besprechung in der Online-Ausgabe des „Tagesspiegels“ als „Film mit Schluckauf“. Der Fernsehkritiker und Dokumentarfilmexperte Fritz Wolf kritisierte die gesendete Fassung bei der Diskussion des Grimme-Instituts als „unsehbar“. Der WDR sei „nicht stolz“ auf das Ergebnis, das man den Zuschauern am 21. Juni präsentiert habe, „aber es war das, was aus Transparenzgründen nötig war“, sagte in Bonn bei der Grimme-Diskussion WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn (der seit Juni 2015 auch Vorsitzender des Aufsichtsrats des Grimme-Instituts ist). Die Zeit, in Ruhe zu beraten, so Schönenborn, habe gefehlt – aufgrund des Drucks, der durch die Veröffentlichung bei bild.de entstanden sei.

Dass der Zuschauer kein formal übliches TV-Produkt geliefert bekam, lässt sich aber kaum mit der Grenzüberschreitung eines Medienkonzerns erklären. Um sich einer Antwort auf die Frage zu nähern, warum es nicht möglich war, auf herkömmliche Weise einen Kompromiss zwischen den Beteiligten zu finden, ist es möglicherweise hilfreich, in den Blick zu nehmen, dass der WDR und der Koautor und Produzent Joachim Schroeder die zeitlichen Abläufe unterschiedlich schildern. Ist der WDR unter Zeitdruck geraten, weil der Film nach der redaktionellen Abnahme seitens der zuständigen WDR-Redakteurin erst einmal Monate lang „bei Ihnen herumlag“?, wie Michael Wolffsohn bei „Maischberger“ gegenüber Jörg Schönenborn, der auch hier das WDR-Verhalten verteidigte, einen Kritikpunkt der Filmemacher zusammenfasste. Nein, sagte Schönenborn, der Film sei „von Arte Ende April an uns zurückgegeben, also abgelehnt worden“. Ähnlich äußerte sich Schönenborn auch tags darauf in Bonn.

Auf eine MK-Anfrage an den WDR, ob sich der Zeitpunkt, an dem Arte die Ausstrahlung endgültig abgelehnt habe, möglicherweise exakt benennen lasse, etwa anhand eines Mail-Eingangsdatums, antwortete die Pressestelle des Senders in Köln: „Die Abläufe der Kommunikation zwischen Arte und dem WDR sind Bestandteil der internen Aufarbeitung.“ Um den Dokumentarfilm im herkömmlichen Sinne zu überarbeiten, hätte es noch „einige Wochen“ gebraucht, sagte Schönenborn bei der Diskussion in Bonn. Man hätte ihn schließlich neu schneiden müssen. Dass Sender und Autoren unterschiedlicher Auffassung über einen abgelieferten Film seien, komme vor, ergänzte der WDR-Fernsehdirektor. Um zu einer Lösung zu kommen, sei aber ein „Raum des Vertrauens“ vonnöten.

Den Raum des Vertrauens, um im Bild zu bleiben, verließen Joachim Schroeder und Sophie Hafner streng genommen bereits, als sie die erwähnten Stellungnahmen Dritter einholten. Die der MK vorliegende Stellungnahme von Samuel Schirmbeck, der 2005 für Arte die dreiteilige Dokumentation „Gesichter des Islam“ gedreht hatte, ist auf den 19. Januar 2017 datiert. Der Film „Auserwählt und ausgegrenzt“ sei „von Anfang bis Ende plausibel“, ihn zeichne ein „humanistisches Grundanliegen“ aus und ihn „zu boykottieren“, schreibt Schirmbeck, sei „noch gefährlicher“ als der Boykott israelischer Produkte.

Lob und Kritik an der Unausgewogenheit

Arte hatte den beiden Autoren zunächst vorgeworfen, dass der Film entgegen der ursprünglich getroffenen Vereinbarung keinen Überblick über den Antisemitismus in verschiedenen europäischen Ländern liefere. Tatsächlich beschränkt sich „Auserwählt und ausgegrenzt“ diesbezüglich auf Deutschland und Frankreich. Nun ist der Film zwar in einer für keinen Beteiligten zufriedenstellenden Fassung gelaufen, die Argumentation von Arte ist aber mit Blick auf die Zukunft von Belang, tangiert sie doch die Diskussion um die Frage, wie weit sich Autoren eines dokumentarischen Films von ihrem ursprünglichen Konzept entfernen dürfen, wenn die Recherchen dies als sinnvoll erscheinen lassen. Joachim Schroeder sagt dazu: „Wenn es Usus wäre in der Branche oder es Usus wird, dass man, um an einen Auftrag für einen 90-minütigen Dokumentarfilm zu kommen, ein Script abgeben muss mit fertiggestellter Recherche und am besten schon ausgeschriebenen O-Tönen – wenn das der Status quo wird, dann gute Nacht, Marie.“ 90 Prozent aller Produzenten und Autoren könnten es sich gar nicht leisten, so viel Entwicklungsarbeit in ein Projekt zu stecken, das dann möglicherweise gar nicht umgesetzt werde. „Man kann, um an einen Auftrag für einen Dokumentarfilm zu kommen, kein drehfertiges Script abgeben“, ergänzt Schroeder: „Das wäre ja auch widersinnig.“

Zu den ersten Journalisten, die die Möglichkeit hatten, „Auserwählt und ausgegrenzt“ zu sehen, gehörten Autoren der kirchlichen Medienfachdienste: Elisa Makowski schrieb für „epd medien“ über den Film (Ausgabe vom 19. Mai 2017), Manfred Riepe rezensierte ihn vorab online für die MK am 10. Juni (siehe die Besprechung hier). Ihre Urteile fielen, jeweils mit kleinen Abstrichen, sehr positiv aus. Als der Film größere Verbreitung fand, kristallisierten sich, grob gesagt, zwei Fraktionen heraus: Die eine lobte die Unausgewogenheit des Films, die andere kritisierte sie.

In der Endphase der Debatte wurden auch Stimmen laut, der Film sei nicht sendefähig. „So tütendoof wie sein Gegenstand“ sei das Werk, spottete der TV-Produzent Friedrich Küppersbusch in der „taz“ (Ausgabe vom 19. Juni). Ähnlich harte Urteile kamen aus dem öffentlich-rechtlichen Lager. Peter Kapern, Nahostkorrespondent des Deutschlandfunks, kritisierte, der Dokumentarfilm biete „Pauschalisierungen statt Analyse“ und „Polemik statt Fakten“. Schließlich stellte Kapern die Frage in den Raum, warum „die zuständige Redaktion beim WDR diesen Film für sendefähig gehalten“ habe. Stefan Buchen, Reporter des ARD-Politmagazins „Panorama“ (NDR), griff in einem Beitrag, der zuerst am 20. Juni bei qantara.de, einem mehrsprachigem Angebot des Auslandsrundfunks Deutschen Welle (DW) veröffentlicht wurde, die WDR-Formulierung „handwerkliche Mängel“ auf: „Welch schöne Art, das Eigentliche zu übersehen. Als wären wir Deutschen ein praxisorientiertes Volk von Handwerkern, das manchmal leider den Nagel krumm hämmert.“ Tatsächlich sei „der Film als Ganzes misslungen“. Die Entscheidung der ARD, ihn schließlich doch zu senden, sei „der Tiefpunkt dieser Affäre“.

Unangemessen wirkender WDR‑„Faktencheck“

Der Filmkritiker und Dokumentarfilmregisseur Rüdiger Suchsland äußerte sich beim Online-Portal „Telepolis“ (24. Juni) ähnlich. Der „Programmauftrag“ der Öffentlich-Rechtlichen bestehe auch darin, „missglückte und einseitige Beiträge auch mal nicht zu zeigen, um keinen falschen Eindruck zu erwecken“. Suchsland bemerkte zudem, „fast alle Feuilletons“ seien „auf eine, wie es scheint, geschickt eingefädelte Kampagne der beleidigten Filmemacher reingefallen“.

Der ARD-Mitarbeiter Buchen begründet sein Urteil folgendermaßen: Die Autoren von „Auserwählt und ausgegrenzt“ hätten „Fakten selektiert und mit Halbwahrheiten und tendenziösen Experten-Einschätzungen so zusammengerührt, dass am Ende Bibi-TV herausgekommen ist“. Das flapsige Schlagwort „Bibi-TV“ ist in diesem Zusammenhang nicht uninteressant. Der teilweise wütende Tonfall der Gegner des Films lässt sich zumindest teilweise darauf zurückführen, dass der amtierende israelische Ministerpräsident Benjamin „Bibi“ Netanyahu zu ihren Lieblingsschurken gehört.

Eine zumindest kurze Betrachtung verdient an dieser Stelle der „Faktencheck“ des WDR. Neben Recherchen zu nicht nachvollziehbaren Zahlen und falschen Berechnungen finden sich hier auch absurde Wortklaubereien und teilweise irrlichternde Kommentare zu im Film auftretenden Gesprächspartnern. Arno Frank, der den Film am 14. Juni bei „Spiegel Online“ scharf kritisiert hatte, monierte am 22. Juni an selber Stelle: Die „obsessive Akribie, mit der im ‘Faktencheck’ noch das kleinste Haar in der Suppe gesucht wurde“, habe den Befürwortern des Films in die Hände gespielt. Die Antisemitismusforscherin Monika Schwarz-Friesel, von der die „Faktenchecker“ Äußerungen aufgegriffen hatten, kommentierte in einer feurigen Stellungnahme, die im „Faktencheck“ zu findenden Einschätzungen erinnerten sie an „die Leugnungs- und Bagatellisierungsstrategien der Antisemiten im Internet“. Zudem konterte Schwarz-Friesel die WDR-seitige Äußerung, „der renommierte Antisemitismus-Forscher Wolfgang Benz“ sage, „dass der Antisemitismus in Deutschland nicht zunimmt“: Eben dieser Benz, so Schwarz-Friesel, habe „in den letzten zwanzig Jahren keine einzige empirische Studie“ zu diesem Thema vorgelegt.

Die israelische Organisation NGO Monitor sah sich aufgrund des „Faktenchecks“ zu einem Offenen Brief veranlasst. Der WDR behaupte, in „Auserwählt und ausgegrenzt“ „würden unzutreffende Behauptungen aufgestellt und Mutmaßungen als Tatsachen dargestellt und die Filmemacher hätten es verabsäumt, sich mit den betroffenen Einzelpersonen und Gruppen in Verbindung zu setzen“. Es liege „eine gewisse Ironie darin“, dass der WDR „genau diese Standards“ bei NGO Monitor „verletzt“ habe. Im Kern geht es um die Behauptung des WDR, NGO Monitor sei keine unabhängige Organisation.

Während etwa der „Faktenfinder“ von tagesschau.de seit Anfang April dieses Jahres zeigt, wie sich mit stoischer Nüchternheit fragwürdige Beiträge sezieren lassen, wirkt der „Faktencheck“ des WDR in Sachen „Auserwählt und ausgegrenzt“ unangemessen. Er bietet zahlreiche offene Flanken und hinterlässt vor allem den Eindruck, dass die „Checker“ die Absicht hatten, die Autoren so schlecht aussehen zu lassen wie nur irgend möglich.

Eklatant misslungene Talkshow‑Einladungspolitik

Nach dem „Film mit Schluckauf“ und dem teilweise fragwürdigen „Faktencheck“ fügte sich die Talkshow „Maischberger“ ins unbefriedigende Bild: Der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) erzählte dort Anekdoten aus vergangenen Zeiten und der Psychologe Rolf Verleger, einst Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland, erwies sich als Gast aus der Kategorie „zerstreuter Professor“. Indem die Redaktion von „Maischberger“ eine Sendung zu einem derart relevanten und im Zusammenhang mit dem Film zudem mit viel Vorab-Aufmerksamkeit bedachten Thema unter anderem mit diesen beiden signifikant ungeeigneten Gästen besetzte, lieferte sie ein Beispiel für eklatant misslungene Talkshow-Einladungspolitik. Die Filmemacher Hafner und Schroeder hatte man nicht eingeladen: Auf die Frage, warum dies nicht geschehen sei, antwortete die Pressestelle der WDR: „Redaktionell liegt der Schwerpunkt der Diskussionsrunde nicht auf einer detaillierten Auseinandersetzung mit dem Film, sondern auf dem eigentlichen Thema der Dokumentation, dem Antisemitismus.“

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, bilanzierte am 24. Juni im „Tagesspiegel“: „Bei allem Ärger über das Verhalten der Sender hat die Debatte dennoch ihr Gutes.“ Der „Israel-bezogene Antisemitismus“ habe nun „zumindest einen Teil der Aufmerksamkeit“, den er verdiene. Das kann man so sehen. Allerdings überwiegen bei dieser einmaligen Affäre die negativen Begleiterscheinungen. Und deren Aufarbeitung wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen. WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn räumte bei der Diskussion in Bonn ein, sein Haus habe während des Arbeitsprozesses Fehler gemacht. Auf die Frage, wie sich solche Fehler künftig vermeiden ließen, sagte er, es sei noch zu früh, um das beantworten zu können. Das „Eisen“ sei „noch zu heiß“. (Vgl. auch diese MK-Dokumentation.)

30.06.2017/MK
Unbefriedigendes Bild: Doppelprogramm aus Dokumentarfilm...
...und der anschließenden Talkshow „Maischberger“
Senderdistanzierung: Eine von drei Einblendungstafeln vor Beginn der Ausstrahlung des Films (Zum Vergrößern aufs Bild klicken)
Im WDR Fernsehen am Sonntag, den 25. Juni, ausgestrahlt: Diskussion des Grimme-Instituts über den Antisemitismus-Film und wie die Sender damit umgingen Fotos: Screenshots