Hörspiel des Monats Dezember: „In darkness let me dwell – Lieder aus der Finsternis“

Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste hat das Stück „In darkness let me dwell – Lieder aus der Finsternis“ zum Hörspiel des Monats Dezember gewählt. Die Produktion stammt vom Duo Merzouga (Komposition und Regie), das von Janko Hanushevsky und Eva Pöpplein gebildet wird. In dem Hörspiel geht es um eine Expedition in die dunklen Tiefen des arktischen Meeres. Die Erstausstrahlung des 61-minütigen Stücks erfolgte am 17. Dezember um 20.05 Uhr im Programm des Deutschlandfunks (DLF), der das Hörspiel zusammen mit dem Hessischen Rundfunk (HR) produziert hat.

Mitwirkende als Sprecher waren Christian Brückner, Jean Paul Baeck, Bruno Winzen und Ulrike Schwab und im musikalischen Bereich Tobias Christl (Gesang), Lucas Niggli (Schlagzeug), Janko Hanushevsky (E-Bass) und Eva Pöpplein (Elektronik). Unterstützt wurde die Realisierung des Hörspiels (Redaktion: Sabine Küchler, DLF) durch die Film- und Medienstiftung NRW und die Arbeitsgemeinschaft „Ozeanik“ des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven, das für Aufnahmen im Meer vier Unterwassermikrofone zur Verfügung stellte. („In darkness let me dwell“ ist am 8. Februar um 20.00 Uhr auch im Programm NDR Kultur zu hören.) Zur Begründung ihrer Entscheidung schreibt die Jury der Deutschen Akademie für Darstellende Künste:

«Das Hörspiel des Duos Merzouga (Janko Hanushevsky und Eva Pöpplein) beruht auf Ernest Shackletons gescheiterter Trans-Antarktis Expedition vor hundert Jahren. Sein Forschungsschiff „Endurance“ wurde vom Packeis eingeschlossen und zerquetscht. Die Männer konnten sich auf ein Floß retten. Die Geschichte eines dramatischen Überlebens im Eis wird überlagert von einer fiktiven Antarktis-Expedition im Winter 2016, die als Folge von Tagebuchnotizen in das Hörstück hineinmontiert ist. Dem Duo Merzouga gelingt es, den zeitlichen Abstand eines Jahrhunderts klanglich verschwinden zu lassen. Mit der collagierten Komposition schaffen Merzouga einen atmosphärischen Raum aus experimentellen Instrumentalklängen und den mit Unterwassermikrofonen eingefangenen Lebenszeichen der antarktischen Fauna. In den akustisch überwältigenden Klangraum der Eiswüste fügen sich äußerst sparsam Erzählfragmente ein. Sie stehen für das verzweifelte Standhaltenwollen in der Finsternis. In dieser eng verzahnten Wort-Klang-Kombination verwandelt sich das Hörstück zum entrückten Lautspiel.»

12.01.2017 – MK

Print-Ausgabe 6/2017

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