Deutschlandfunk ab dem 20. März 2017 mit werktäglichem Medienmagazin „@mediasres“

Der Deutschlandfunk startet am 20. März 2017 die werktägliche Sendereihe „@mediasres – Das Medienmagazin“. Von montags bis donnerstags wird die neue Sendung in der Zeit von 15.35 bis 16.00 Uhr zu hören sein, freitags von 15.35 bis 15.50 Uhr. An diesen Tagen strahlt der Deutschlandfunk (DLF) bislang ab 15.05 Uhr das Magazin „Corso – Kultur nach 3“ aus, das um 15.30 Uhr von fünfminütigen Nachrichten unterbrochen wird. Ab dem 20. März endet „Corso“ immer um 15.30 Uhr (die Sendereihe erhält dann den neuen Untertitel „Kunst & Pop“), nach den Nachrichten beginnt ab 15.35 Uhr das neue Medienmagazin des Deutschlandfunks, der – wie auch Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen – Teil des Deutschlandradios ist.

Mit dem Start von „@mediasres“ wird das bisher wöchentlich am Samstag von 17.05 bis 17.30 Uhr ausgestrahlte Magazin „Markt und Medien“ eingestellt. Auf diesem Programmplatz gibt es künftig die neue Sendung „Streitkultur“, in der von zwei Gästen mit konträren Positionen unter Moderation eines DLF-Mitarbeiters zum jeweiligen Thema diskutiert werden soll. Die letzte Ausgabe von „Markt und Medien“ ist am 18. März zu hören. Die Sendung wurde vor 24 Jahren am 3. April 1993 ins Programm genommen (vgl. FK-Meldung). Vor sechs Jahren war die damalige Deutschlandfunk-Medienredaktion mit Andreas Stopp (Leitung) und den regelmäßigen Mitarbeiterinnen Brigitte Baetz, Bettina Köster und Bettina Schmieding für „Markt und Medien“ mit dem Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik ausgezeichnet worden.

Wege zur Meinungsbildung

„Der Erfolg und hohe Zuspruch zu dieser Sendung waren Ausgangspunkt der Überlegung, Medienthemen mehr Raum im Deutschlandfunk zu geben – in einer Zeit, in der die Arbeit von Journalisten wie wohl nie zuvor diskutiert und auch kritisiert wird“, schreibt Matthias Gierth, beim DLF Leiter der Hauptabteilung Kultur, im März-Programmheft des Deutschlandradios. Die Grundüberlegung, mehr Medienthemen ins Programm zu nehmen, stamme von Matthias Gierth und Deutschlandradio-Programmdirektor Andreas-Peter Weber, erklärte auf MK-Nachfrage Jörg Schumacher, der Sprecher der öffentlich-rechtlichen Hörfunkanstalt. Mit der Konzeption und Durchführung des Projekts sei dann im Oktober 2016 Stefan Koldehoff beauftragt worden. Koldehoff kam 2001 als Kulturredakteur zum Deutschlandfunk nach Köln; der 49-Jährige ist dort nun der verantwortliche Medienredakteur.

Nach Auffassung von Matthias Gierth geht es im neuen Medienmagazin darum, „kritisch und selbstkritisch“ auf die immer größere Rolle zu blicken, die analoge wie digitale, privatwirtschaftliche wie öffentlich-rechtliche Medien bei gesellschaftlichen Prozessen spielten „Unsere Rolle“, so Gierth im aktuellen Deutschlandradio-Programmheft weiter, „ist dabei nicht die des Schiedsrichters“, sondern es gehe darum, den „Hörerinnen und Hörern, Userinnen und Usern weitere Wege“ zu einer „kompetenten, eigenen Meinungsbildung zu eröffnen“.

Christian Ulmen einer von vier Kolumnisten

Die Hauptthemenfelder in dem neuen Magazin „@mediasres“ sind Deutschlandradio-Sprecher Schumacher zufolge Pressefreiheit, Medienethik, Medienpädagogik, Medienforschung und Medienpolitik, des Weiteren der Bereich Medienkonzentration bzw. der Abbau von Medienvielfalt und zudem der Strukturwandel in der Medienwelt. Berichtet werde auch über „wichtige Unternehmensentwicklungen und -entscheidungen“. Außerdem gehe es um „Programmbeobachtung in Radio, Internet, Fernsehen“. An der 15-minütigen Freitagsausgabe von „@mediasres“ können sich die Hörerinnen und Hörer beteiligen und sich zu einem aktuellen Thema äußern. Dass diese Ausgabe eine kürzere Sendezeit hat, hängt damit zusammen, dass freitags um 15.50 Uhr die zehnminütige Sendung „Schalom – Jüdisches Leben“ beginnt.

Bei dem neuen Medienmagazin wird es auch regelmäßige Kolumnen geben. Sie werden abwechselnd von dem Schauspieler Christian Ulmen, der Ex-Piratenpartei-Politikerin Marina Weisband, dem Kulturjournalisten Matthias Dell und der früheren „taz“-Kolumnistin Silke Burmester verfasst; jeder ist einmal pro Monat (donnerstags) mit seiner Kolumne vertreten. Zusammenarbeiten will die Redaktion ferner mit Organisationen wie „Reporter ohne Grenzen“, was Berichte über Pressefreiheit und deren Gefährdung in bestimmten Gegenden der Welt anbelangt, und mit der Initiative „Hoaxmap“ zum seit einiger Zeit vieldiskutierten Thema Fake News (vgl. hierzu auch diesen MK-Artikel). Zur Redaktion von „@mediasres“ gehören inklusive Moderatoren insgesamt rund 15 fest angestellte und feste freie Mitarbeiter, die bereits seit Anfang März den Sendebetrieb proben. Zum Team kommen außerdem noch Autoren hinzu.

Podcast, Webportal, Social Media

Moderiert wird „@mediasres“ im Wechsel von mehreren Personen, darunter auch die Redakteure Stefan Koldehoff und Andreas Stopp. Zum Moderatorenteam gehören laut Jörg Schumacher insgesamt neun Journalisten, vier für die Freitagsausgabe mit Hörerbeteiligung und fünf für die Ausgaben an den übrigen Tagen. Die weiteren Moderatorinnen und Moderatoren sind, neben Koldehoff und Stopp, Brigitte Baetz, Bettina Köster, Christoph Sterz, Antje Allroggen, Stefan Fries, Isabelle Klein und Sebastian Wellendorf.

Zu der Frage, ob der Sendetitel „@mediasres“ nicht etwas umständlich und unhandlich sei, teilte Jörg Schumacher in seiner schriftlichen Antwort mit, man habe „nach einem Namen gesucht, aus dem sich das Thema der Sendung sofort erschließt, der aber nicht für unverbindliche Beliebigkeit (‘Medienwelten’, ‘Medienzeit’ oder Ähnliches), sondern für unseren Anspruch steht, gleich ins Zentrum, zum Wesentlichen zu kommen – ‘mitten in die Dinge’ eben.“ On-air laute der ausgesprochene Sendungsname im Übrigen einfach „mediasres“, das „@“ wird dabei also nicht mit einbezogen.

Neben der werktäglichen Sendung, die dann auch als Podcast abgerufen werden kann, wird es für „@mediasres“ außerdem ein eigenes Webportal geben. Darüber hinaus wird man auf Twitter, auf Facebook und mit einem Newsletter vertreten sein. Die Sendung sei „von Anfang an medienkonvergent“ angelegt, heißt es im „Bericht über programmliche Leistungen und Perspektiven des nationalen Hörfunks 2016-2018“ des Deutschlandradios; bei „@mediasres“ stünden Online-Begleitung und Social Media „im besonderen Fokus“. 

12.03.2017 – Volker Nünning/MK

Print-Ausgabe 14/2017

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