Filmpreis Köln 2017 für neuseeländische Regisseurin Jane Campion

29.08.2017 • Der mit 25.000 Euro dotierte Filmpreis Köln 2017 geht an die neuseeländische Regisseurin Jane Campion („Das Piano“). Die Auszeichnung wird gemeinsam von der Stadt Köln und der in Düsseldorf ansässigen Film- und Medienstiftung NRW vergeben. Jane Campion wird den Preis am 6. Oktober (Freitag) im Rahmen des Preisverleihungsabends des Film Festivals Cologne 2017 entgegennehmen. Das wurde am heutigen Dienstag von den Veranstaltern bekanntgegeben. Der Filmpreis Köln wird zum 11. Mal verliehen.

Jane Campions Werk umfasst zeitgenössisches Drama, Kostümfilm, Literaturverfilmung und Krimi. Ihr über 30-jähriges Schaffen umfasst sowohl Film wie auch Fernsehen. Die Arbeit der 63-Jährigen zeichnet sich insbesondere durch die Darstellung einzigartiger Frauengestalten aus. Bereits für ihren zweiten Kurzfilm „An Exercise in Discipline – Peel“ („Orangenschalen – Eine Übung in Disziplin") wurde Campion bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 1986 mit einer Goldenen Palme für den besten Kurzfilm ausgezeichnet. Die Literaturverfilmung „Ein Engel an meiner Tafel“ erhielt 1990 beim Filmfestival in Venedig insgesamt sieben Preise, darunter den Spezialpreis der Jury.

1993 gewann Jane Campion für ihren Film „Das Piano“ (Buch/Regie) als erste Frau in Cannes die Goldene Palme für den besten Film, die sie sich mit Chen Kaige („Lebewohl, meine Konkubine“) teilte. 1994 erhielt sie dann ebenfalls für „Das Piano“ den Oscar für das beste Drehbuch. Die Hauptdarstellerin des Films, Holly Hunter, und Nebendarstellerin Anna Paquin wurden ebenfalls mit einem Oscar geehrt. Campions Drama „Portrait of a Lady“ mit Nicole Kidman und John Malkovich wurde 1996 in Venedig als bester Film gewürdigt. 2013 war Jane Campions Miniserie „Top of the Lake“ im Fernsehen zu sehen (in Deutschland zuerst bei Arte).

Zum zweiten Mal eine Frau

Beim Film Festival Köln 2017, das vom 29. September bis zum 6. Oktober stattfindet, gibt es eine Retrospektive des filmischen filmisches Werks von Jane Campion und außerdem die Deutschlandpremiere von „Top of the Lake: China Girl“, der zweiten Staffel der Serie, die im Frühjahr beim diesjährigen Festival in Cannes ihre Welturaufführung hatte. In Kooperation mit Arte und BBC Worldwide werden am 4. Oktober (Mittwoch) in Köln alle sechs Folgen der zweiten Staffel gezeigt. Die Folgen laufen in Anwesenheit von Jane Campion im Original im Cineplex Filmpalast (Beginn: 18.00 Uhr).

„Mit Jane Campion erhält zum zweiten Mal in Folge eine Frau den Filmpreis Köln“, betonte Petra Müller, die Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, anlässlich der Preisbekanntgabe. Weiter sagte sie: „Spätestens seit ‘Das Piano’ gehört Jane Campion zu den wichtigsten Regisseurinnen der Welt. Mit ihrem einzigartigen Blick auf ihre Protagonistinnen, ästhetischer Leichtigkeit und inhaltlicher Unbedingtheit wechselt sie überzeugend zwischen Kino und Fernsehen.“

Der Filmpreis Köln wird seit 2007 jährlich vergeben. Ausgezeichnet werden laut Statut Filmschaffende, die durch ihr Schaffen in herausragender Weise zur Weiterentwicklung der Film- und Mediensprache beigetragen haben und die sich werkübergreifend mit der Grammatik und Poetik der audiovisuellen Medien auseinandersetzen. Die Preisträger stellen sich jeweils auch in Werkstattgesprächen dem Publikum. Die bisherigen Gewinner des Filmpreises Köln waren Claire Denis, Paolo Sorrentino, Lars von Trier, Harmony Korine, François Ozon, Tarsem Singh, David Lynch, Roman Polanski, Jean-Pierre und Luc Dardenne sowie Paul Haggis.

29.08.2017 – MK