Fernsehjahr 2016: ZDF erneut Marktführer vor ARD, RTL und Sat 1

Auch im Jahr 2016 war das ZDF das meistgesehene Fernsehprogramm in Deutschland. Das ZDF, das nun seit 2012 ununterbrochen Marktführer ist, erreichte im vergangenen Jahr einen durchschnittlichen Marktanteil von 13,0 Prozent. Das waren 0,5 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Das Erste Programm der ARD kam 2016 auf 12,1 Prozent und konnte sich ebenfalls um 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr verbessern. Der Anstieg der Marktanteile der beiden öffentlich-rechtlichen Hauptprogramme ist vor allem zurückzuführen auf deren zuschauerstarke Live-Übertragungen von der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) und von den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro (5. bis 21. August).

Hinter den beiden Hauptprogrammen von ARD und ZDF landete RTL in der TV-Quotenstatistik für 2016 wieder auf den dritten Platz. Der Privatsender verbuchte im abgelaufenen Jahr 9,7 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte weniger als 2015. Trotz der publikumsträchtigen Sportübertragungen im Ersten und beim ZDF konnte RTL im vorigen Jahr seinen Marktanteil einigermaßen stabil halten – dank etablierter Shows wie dem Dschungelcamp „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“, „Deutschland sucht den Superstar!“ und „Wer wird Millionär?“ und auch dank der Übertragungen von vier Qualifikationsspielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zur WM 2018 und der Formel-1-Rennen.

Große Marktanteilsgewinne bei ZDFneo

Sat 1 kam mit 7,3 Prozent erneut auf den vierten Rang der Jahresquotenauswertung, verlor allerdings 0,6 Prozentpunkte gegenüber 2015. Die fünfte Position belegt 2016 der zur RTL-Gruppe gehörende Sender Vox mit 5,2 Prozent (plus 0,1). Vox gelang es damit, den direkten Konkurrenten Pro Sieben hinter sich zu lassen. Pro Sieben als Sechstplatzierter erreichte im vorigen Jahr 5,0 Prozent Marktanteil, was einem Verlust von 0,3 Prozentpunkten im Vergleich zu 2015 bedeutete. Auf den siebten Platz kam der Pro-Sieben-Schwestersender Kabel 1, der im vergangenen Jahr 3,8 Prozent erzielte und damit denselben Marktanteil wie im Vorjahr. Kabel 1 hatte 3,5 Prozent (minus 0,2) und landete damit auf Position 8.

ZDFneo erzielte als Neuntplatzierter des Jahres 2016 einen Marktanteil von 2,1 Prozent – ein Plus von immerhin 0,5 Prozentpunkten binnen Jahresfrist. Seit dem Jahr 2013 konnte ZDFneo seinen Marktanteil (damals 1,0 Prozent) mehr als verdoppeln. Auf den zehnten Platz der TV-Quotenstatistik für 2016 kam der Kinder- und Jugendsender Super RTL mit einem gegenüber dem Vorjahr unveränderten Marktanteil von 1,8 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen Sat 1 Gold (1,4 Prozent), RTL Nitro (1,3), 3sat, ZDFinfo, N 24 (jeweils 1,2) und Phoenix, der Kinderkanal, n-tv (alle 1,1) sowie Arte und DMAX (jeweils 1,0).

Die sieben Dritten Programme der ARD erreichten im vorigen Jahr einen Marktanteil von zusammen 12,1 Prozent (minus 0,4 gegenüber 2015). Das bundesweit erfolgreichste Dritte blieb auch 2016 das NDR Fernsehen mit 2,4 Prozent (minus 0,1). Den zweiten Platz belegt wieder das WDR Fernsehen mit diesmal 2,1 Prozent (minus 0,1). Rang 3 ging an das MDR Fernsehen mit 1,9 Prozent (minus 0,1), gefolgt vom SWR Fernsehen (1,8), BR Fernsehen (1,6), HR Fernsehen (1,2) und RBB Fernsehen (1,1). Meistgesehenes Drittes im eigenen Sendegebiet war auch 2016 das MDR Fernsehen mit 9,5 Prozent (plus 0,5). Zweiter blieb das NDR Fernsehen mit 7,6 Prozent (minus 0,2) vor dem drittplatzierten BR Fernsehen mit 6,9 Prozent (minus 0,6). Auf den weiteren Plätzen folgen das SWR Fernsehen (6,8), das HR Fernsehen (6,4), das WDR Fernsehen (6,2) und das RBB Fernsehen (5,5). Größter Verlierer war hier das RBB Fernsehen, das gegenüber 2015 insgesamt 0,8 Prozentpunkte einbüßte.

RTL weiterhin bei 14- bis 49-Jährigen vorn

Bei den 14- bis 49-Jährigen blieb RTL auch 2016 Marktführer: Der Sender verbuchte 12,8 Prozent (minus 0,2 gegenüber 2015). Pro Sieben kam hier mit 10,4 Prozent (minus 0,5) erneut auf Platz 2. Dritter wurde wieder Sat 1 mit diesmal 8,7 Prozent (minus 0,6). Die vierte Position belegt das Erste, das auf 7,4 Prozent kam (plus 0,8) und damit vor dem Privatsender Vox lag, der 7,0 Prozent (plus 0,4) und damit Platz 5 erreichte. Sechster wurde das ZDF mit 6,7 Prozent (plus 0,9) vor RTL 2 (5,7), Kabel 1 (5,1), Super RTL (2,1), DMAX (1,9), RTL Nitro und N 24 (jeweils 1,5). Sat 1 Gold kam auf 1,4, ZDFneo und Sixx erreichten jeweils 1,3 Prozent. ZDFinfo hatte beim jüngeren Publikum 1,2 Prozent, Pro Sieben Maxx 1,1 Prozent. Die Dritten Programme erzielten bei den 14- bis 49-Jährigen zusammen 4,8 Prozent.

Bei den 14- bis 29-Jährigen war Pro Sieben auch 2016 Spitzenreiter: Der Sender erreichte 18,5 Prozent (minus 0,4). Platz 2 ging hier wieder an RTL mit erneut 14,2 Prozent, gefolgt von Sat 1 und RTL 2 (jeweils 8,3), Vox (6,1), dem Ersten (5,1), Kabel 1 (4,5) und dem ZDF (4,4). Die Dritten Programme erreichten 2,7 Prozent. Bei den Über-50-Jährigen lag wieder das ZDF mit diesmal 17,2 Prozent vorn (plus 0,2), vor dem Ersten (17,0), RTL (8,1), Sat 1 (6,5) und Vox (4,3). Die Dritten hatten hier zusammen 17,0 Prozent.

Fußball-EM: 29,85 Mio Zuschauer beim Halbfinalspiel

Die meistgesehene Sendung des Jahres 2016 war die Live-Übertragung der EM-Halbfinalbegegnung zwischen Deutschland und Frankreich am 7. Juli in Marseille: Den 2:0-Sieg der Franzosen, durch den das deutsche Team ausschied, sahen im ZDF insgesamt 29,85 Mio Zuschauer (Marktanteil: 80,3 Prozent). Auch bei den Über-50-Jährigen und den 14- bis 49-Jährigen war die Übertragung dieser EM-Halbfinalpartie die meistgesehene Sendung des Jahres 2016. Bei den älteren Menschen betrug die Zuschauerzahl 15,90 Mio (75,9 Prozent), bei den jüngeren waren es 12,32 Mio (85,2 Prozent). Die Halbfinalbegegnung haben noch Hunderttausende weitere Menschen über Public Viewing gesehen, was von der GfK-Quotenmessung nicht erfasst wird.

Die Sehdauer des deutschen Fernsehpublikums betrug 2016 – wie im Vorjahr – 223 Minuten pro Tag und Kopf, also drei Stunden und 43 Minuten. Bei den 14- bis 49-Jährigen belief sich der tägliche TV-Konsum auf durchschnittlich zwei Stunden und 51 Minuten (171 Minuten), was fünf Minuten weniger waren als im Vorjahr. Die Bundesbürger, die älter als 50 Jahre sind, sahen 2016 pro Tag im Schnitt mehr als fünf Stunden fern (311 Minuten) – zehn Minuten mehr als 2015.

29.01.2017 – vn/MK

Print-Ausgabe 19/2017

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