ARD und ZDF: Mehr Kooperation bei den Morgen- und Mittagsmagazinen

15.05.2017 • Die ARD und das ZDF haben sich auf eine engere Kooperation bei der Produktion ihrer Mittagsmagazine verständigt. Ab Januar 2018 werden sowohl das ARD-„Mittagsmagazin“ als auch das ZDF-„Mittagsmagazin“ aus dem ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin gesendet. Eine Kooperation gibt es bei den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern bei ihren Mittagsmagazinen bereits seit Oktober 1989. Damals war im Ersten Programm der ARD und im Hauptprogramm des ZDF ein „Mittagsmagazin“ eingeführt worden, das seither im wöchentlichen Wechsel von der ARD bzw. dem ZDF produziert und gesendet wird. Das ZDF strahlt dabei in seinem Programm auch das ARD-„Mittagsmagazin“ aus; liegt die Produktion beim ZDF, dann übernimmt die ARD in ihrem Ersten Programm die Sendung.

Bis Jahresende 2017 wird das ZDF-„Mittagsmagazin“ noch aus der Zentrale der Fernsehanstalt in Mainz gesendet. Das ARD-„Mittagsmagazin“ wird bis Ende Dezember noch vom Bayerischen Rundfunk (BR) in München hergestellt. Anfang nächsten Jahres übernimmt dann der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) die Produktion des ARD-„Mittagsmagazins“. Auf diesen ARD-internen Wechsel hatten sich BR und RBB bereits Ende November 2016 geeinigt (vgl. MK-Meldung).

Der RBB hatte sich in der Folge dafür entschieden, das ARD-„Mittagsmagazin“ in einem Fernsehstudio in Berlin-Mitte zu produzieren, um dadurch „von der räumlichen Nähe zu politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Institutionen profitieren zu können“. Im März gab der RBB dann bekannt, ab 2018 das ARD-„Mittagsmagazin“ im ZDF-Hauptstadtstudio herzustellen, das in Berlin-Mitte angesiedelt ist. Dafür habe man mit dem ZDF eine Kooperation abgeschlossen. Die Produktion des Magazins im ARD-Hauptstadtstudio – das ebenfalls in Berlin-Mitte liegt – wäre laut dem RBB aus Platzgründen nur nach teuren Umbaumaßnahmen möglich gewesen.

Synergien und Einsparpotenziale

Die Produktion der beiden Mittagsmagazine von ARD und ZDF ist auch mit der Herstellung der Morgenmagazine der beiden Sender verbunden. Bei diesen 1992 eingeführten Sendungen wechseln sich ARD und ZDF seither ebenfalls wöchentlich ab. Das ARD-„Morgenmagazin“, das vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) in Köln produziert wird, ist in der entsprechenden Woche auch im ZDF zu sehen und das ZDF-„Morgenmagazin“, das bereits aus Berlin gesendet wird, läuft ebenso im Ersten Programm. Bislang ist das Procedere bei der Kooperation von ARD und ZDF so, dass in einer Woche die ARD das „Morgenmagazin“ und auch das „Mittagmagazin“ herstellt (beide Sendungen werden dann vom ZDF übernommen); in der anderen Woche wiederum produziert das ZDF beide Magazine (die dann auch im Ersten ausgestrahlt werden).

Dieser Modus wird ab dem nächsten Jahr geändert. Darauf haben sich ZDF-Intendant Thomas Bellut, WDR-Intendant Tom Buhrow und RBB-Intendantin Patricia Schlesinger im April geeinigt. Ab Januar 2018 sieht das neue Kooperationsmodell, das von Intendant Bellut vorgeschlagen wurde, dann folgendermaßen aus: In der einen Woche produziert das ZDF sein „Morgenmagazin“ in Berlin und die ARD ihr „Mittagsmagazin“ in Berlin. In der anderen Woche sendet die ARD ihr „Morgenmagazin“ (vom WDR produziert) aus Köln und das ZDF sein „Mittagsmagazin“ aus Berlin. Dieser neue Produktionsrhythmus habe es für das ZDF attraktiv gemacht, die Produktion des „Mittagsmagazins“ von Mainz nach Berlin zu verlegen, erklärte der Sender. Durch den neuen Turnus lasse sich der Personaleinsatz im Hauptstadtstudio erheblich flexibilisieren, so das ZDF weiter.

Aufgrund der geänderten Kooperation mit der ARD bei den Morgen- und Mittagsmagazinen könne das ZDF außerdem finanzielle Einsparungen erzielen, erklärte Intendant Bellut: „Wir erreichen deutlich mehr Effizienz bei stärkerer Präsenz des ZDF in der Hauptstadt. In Berlin wird künftig ein gemeinsames Team in einer Woche für das ‘Morgenmagazin’ und in der nächsten Woche für das ‘Mittagsmagazin’ eingesetzt werden. Das hebt Synergien und Einsparpotenziale in allen Bereichen.“ Nach der Anfang April vollzogenen Integration von 3sat in die ZDF-Organisation sei, so Bellut weiter, „die Verlegung des ‘Mittagsmagazins’ ein weiterer wichtiger Schritt, das Unternehmen trotz Personalabbaus weiterzuentwickeln“.

Zum 1. April 2017 hatte das ZDF seine Direktion Europäische Satellitenprogramme aufgelöst, in der bisher die Abteilungen für die Sendeplanung und die Produktion von Inhalten für den Spartensender 3sat beheimatet waren. In der Direktion war auch der Bereich angesiedelt, der für die Zulieferungen des ZDF an den deutsch-französischen Kulturkanal Arte zuständig ist. Alle Abteilungen und Bereiche der aufgelösten Direktion wurden in die übrigen Direktionen des ZDF integriert. Durch die Eingliederung der insgesamt zirka 230 Vollzeitstellen von 3sat in die anderen ZDF-Direktionen werden nach Senderangaben bis zum Jahr 2025 rund 70 Arbeitsplätze im Redaktions- und Produktionsbereich abgebaut (vgl. MK-Meldung).

15.05.2017 – vn/MK