Mit Adrenalin fürs ARD‑„Morgenmagazin“  

13.07.2017 • «Das „Moma“ war mein Ticket nach Moskau, das ARD-Studio wurde nämlich erweitert – um eine Korrespondentenstelle. Was für eine Chance! Die Sowjetunion endete, der Wildostkapitalismus kam, die Kriege im Kaukasus beherrschten die Bildschirme. Und das Frühstücksfernsehen des Ersten räumte dafür viel, viel Platz ein. Filme von vier, fünf Minuten Länge? Willkommen! Schalten aus obskuren Orten? Klar! Vage Angebote wie „mal zum Baikalsee fahren und irgendwelche interessanten Reportagen mitbringen“? Große Begeisterung! Und morgens aufstehen? Kein Problem, bei zwei Stunden Zeitunterschied war ich um sechs Uhr deutscher Zeit hellwach. Allerdings kosteten mich die Studiogespräche immer Zigaretten. Genau genommen fuhr ich morgens etwa 15 Kilometer zum Studio am Kutusowski-Prospekt, und weil die Straßen noch leer waren (unvorstellbar heute), bretterte ich mit 100 durch die Stadt, wurde von Polizisten angehalten, kaufte mich frei mit einer Schachtel Marlboro und hatte bestes Adrenalin. Ich rauche längst nicht mehr – schaue aber gern mein Mit-Geburtstagskind „Moma“. 13. Juli – ein gutes Datum!»

WDR-Fernsehchefredakteurin Sonia Seymour Mikich, die am 13. Juli 1951 geboren wurde, in der Hauszeitschrift „WDR Print“ (Ausgabe Juni/Juli 2017) anlässlich des 25-jährigen Bestehens des ARD-„Morgenmagazins“ („Moma“), das am 13. Juli 1992 den Sendebetrieb aufnahm und vom WDR produziert wird. (Eine Woche später startete das ZDF-„Morgenmagazin“; beide Magazine werden seitdem im wöchentlichen Wechsel ausgestrahlt und laufen dabei sowohl im Ersten Programm der ARD als auch im ZDF-Programm.)

13.07.2017 – MK