Eine Versündigung: Establishment-Talk

«Ich glaube, dass dieser Overkill an Talkshows, sogenannten politischen Talkshows – die ARD hat ja sogar ein bisschen gelernt und ein oder zwei wieder abgeschafft, aber das war ja noch mal härter –, ich glaube, dass das zu einer wahnsinnigen Unzufriedenheit mit dem Gesamtsystem geführt hat. Die ARD hat da – und das ZDF auch, die haben etwas weniger Talkshows gemacht, nur Maybrit Illner und Lanz am Abend, also ein bisschen mehr Entertainment gemacht –, hat da sich schwer versündigt an der politischen Stimmung im Lande, weil die Leute natürlich [...] das Gefühl haben, man hat immer dieselben Establishment-Figuren, die im Prinzip immer dieselben Rollen spielen. Und man kann sagen: ‘Gut, das hat unsere Zuschauerschaft stabilisiert.’ Es hat aber der demokratischen Willensbildung nicht genutzt, das kann man empirisch so feststellen.»

Der Medienforscher Lutz Hachmeister in der am 9. Oktober ausgestrahlten Ausgabe der Sendereihe „WDR 3 Forum“ (19.05 bis 20.00 Uhr), in der an diesem Abend live über das Fernsehprogramm diskutiert wurde

03.11.2016 – MK

Print-Ausgabe 20/2017

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