Das ZDF ohne „ML Mona Lisa“

17.07.2017 • «Die Absetzung der Sendung „ML Mona Lisa“ sei schleichend eingetreten, sagt die ehemalige Moderatorin Maria von Welser. „Nun gibt es im Fernsehgeschäft ja immer so ein paar Tricks, um unliebsame Formate vom Bildschirm zu verdrängen. Das erste ist: das Format kürzen. Von 45 Minuten auf 30 Minuten. Dann: lange Sommerpausen. Damit die Zuschauer die Sendung vergessen. Die Quote, die vielgeliebte, sinkt. Das nächste ist: den Sendeplatz verschieben.“ All das sei dem Frauenjournal widerfahren. Da habe sie sich Kämpferinnen für das Format gewünscht, die sich auch mit den – männlichen – Hierarchien angelegt hätten.

Etwa 40.000 Fans der Sendung haben eine Petition auf der Online-Plattform „change.org“ gegen die Einstellung von „ML Mona Lisa“ unterschrieben. Die Aktion richtet sich an den Intendanten des ZDF. „‘Mona Lisa‘ ist eines der wenigen gesellschaftsrelevanten Formate im ZDF, das gesellschaftliche Entwicklungen kritisch analysiert und aufgreift, diese aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, bewertet, einsortiert. ‚Mona Lisa‘ muss bleiben“, schreibt die Initiatorin der Petition, Silke Mader. Unterstützt wird die Aktion unter anderem von der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, der Sängerin Maite Kelly oder der Schauspielerin Jutta Speidel.

Unter dem Hashtag #rettetmonalisa haben sich zudem viele Frauen auf Facebook und dem Kurznachrichtendienst Twitter zur Einstellung des Formates geäußert. Die bayerische CSU-Staatssekretärin Dorothee Bär schrieb etwa: „Liebes ZDF – lasst uns nochmal reden. Qualität ist wichtig. Nicht nur Quote!“ Doch der Protest kommt zu spät: Die Entscheidung ist gefallen.»

Aus einem Text auf der Website schwaebische.de („Schwäbische Zeitung“) vom 15. Juli 2017 zum Ende der an diesem Tag zum letzten Mal ausgestrahlten ZDF-Sendung „ML Mona Lisa“. Sie war im April 1988 als Frauenmagazin gestartet worden. Mitte 2011 veränderte das ZDF das Konzept und machte aus „ML Mona Lisa“ ein Gesellschaftsmagazin mit dem Motto „Frauen, Männer und mehr“.

17.07.2017 – MK

Print-Ausgabe 24/2017

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