Das überbewertetste Phänomen in der Mediengeschichte der letzten Jahre

«Pegida ist, glaube ich, das überbewertetste Phänomen, was es überhaupt in der Mediengeschichte der letzten Jahre gegeben hat. Ich meine, welche Gruppe von ein paar Tausend Leuten, die auch noch regional festgenagelt sind, hätte medial so’ne Aufmerksamkeit bekommen? Dass es sogar so ist, dass zum zweiten Jahrestag von Pegida ein Beitrag in der „Tagesschau“ dazu kommt, das ist doch völlig absurd; dann hätte man auch über einen Kleingartenverein in Ganderkesee einen Beitrag machen können, die wahrscheinlich viel länger bestehen. Und da ist etwas ganz Verrücktes passiert, dass man also diesen Dingen eine Bedeutung verleiht und den Leuten auch ein Selbstbewusstsein gibt [...], die ihnen überhaupt nicht zukommt und schon gar nicht in Perspektive auf die Mehrheitsgesellschaft.»

Der Soziologe Harald Welzer in der am 13. April 2017 im Dritten Programm BR Fernsehen ausgestrahlten Sendung „Quer-Spezial“

18.04.2017 – MK

Print-Ausgabe 7/2017

Inhalt

Abonnement

Jetzt abonnieren